Curing (englisch: reifen, aushärten) bezeichnet den kontrollierten Reifeprozess von getrocknetem Cannabis in luftdichten Glasgefäßen. Es ist der letzte Schritt nach Ernte, Trocknung und Trimmen und der entscheidende Faktor für Geruch, Geschmack, Konsistenz und Rauchqualität des Endprodukts. Richtig gecurtes Cannabis übertrifft schlecht gecurtes in jeder Hinsicht, selbst wenn die Pflanze identische Genetik hatte.
// WAS PASSIERT BEIM CURING?
Beim Curing laufen mehrere Prozesse gleichzeitig ab. Restliche Chlorophylle werden abgebaut, was den Grasgeruch und den rauen Rauch von frisch getrocknetem Cannabis verschwinden lässt. Enzyme arbeiten weiter an der Umwandlung von Stärken und verbleibenden Zuckern. Die Terpene stabilisieren sich und entfalten ihr volles Profil. Das Ergebnis nach 4–8 Wochen: weicherer Rauch, komplexeres Aroma, angenehmere Wirkung.
Faustformel: Mindestens 4 Wochen Curing für deutliche Qualitätssteigerung. 6–8 Wochen für optimales Ergebnis. Manche Sorten profitieren von noch längerem Curing.
// CURING SCHRITT FÜR SCHRITT
- Getrocknete und getrimmte Buds locker in saubere Glasgefäße mit Schraubverschluss füllen. Gläser zu ca. 75% füllen, nicht pressen.
- Gläser an einem kühlen, dunklen Ort lagern: 15–20°C, Dunkelheit, keine Temperaturwechsel
- In den ersten 1–2 Wochen: täglich für 5–10 Minuten öffnen (Burping). Feuchte Luft entweicht, frische Luft kommt rein.
- Ab Woche 2–3: alle 2–3 Tage Burpen
- Ab Woche 4: nur noch einmal pro Woche öffnen
// BURPING: WARUM UND WIE?
Frisch in Gläser gefüllte Buds geben noch Feuchtigkeit ab. Wenn diese Feuchtigkeit nicht entweichen kann, steigt die Luftfeuchtigkeit im Glas und Schimmel droht. Burping lüftet das Glas und reguliert die Feuchtigkeit. Nach dem Öffnen kurz schnuppern: Riecht es normal aromatisch, ist alles gut. Riecht es nach Ammoniak oder Heu, ist das Bud noch nicht trocken genug und muss noch offen trocknen, bevor es wieder ins Glas kommt.
// OPTIMALE LUFTFEUCHTIGKEIT IM GLAS
Der ideale Bereich im Curingglas liegt bei 58–65% relativer Luftfeuchtigkeit. Boveda- oder Integra-Boost-Packs (62% oder 58%) können direkt ins Glas gelegt werden und regulieren die Feuchtigkeit automatisch. Sehr empfehlenswert, besonders bei längerem Curing oder Lagerung.
// NACH DEM CURING: LANGZEITLAGERUNG
Richtig gecurtes Cannabis kann in luftdichten Glasgefäßen bei kühlen, dunklen Bedingungen viele Monate gelagert werden, ohne nennenswert an Qualität zu verlieren. Tiefkühlschrank verlängert die Haltbarkeit weiter, kann aber durch Kondensation beim Auftauen Trichome schädigen. Raumtemperatur im Dunkeln mit Feuchtigkeitskontrolle ist für die meisten die praktischste Lösung.