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Das Cannabis Grow‑Lexikon

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Flush (Spülen)

NÄHRSTOFFEERNTETECHNIK

Flush (englisch: spülen) bezeichnet das großzügige Durchspülen des Substrats mit klarem, pH-korrigiertem Wasser ohne Nährstoffe. Ziel ist es, angereicherte Salze aus dem Substrat zu lösen und auszuschwemmen. Im Cannabisanbau wird Flush in zwei Situationen eingesetzt: zur Korrektur von Salzaufbau und als Vorbereitung auf die Ernte.

// FLUSH BEI SALZAUFBAU

Wenn die Drain-EC dauerhaft deutlich über der Eingabe-EC liegt oder wenn Nährstoffbrand-Symptome auftreten, obwohl die Düngung nicht erhöht wurde, haben sich Salze im Substrat angereichert. Ein gründlicher Flush löst dieses Problem:

// PRE-HARVEST FLUSH: SINN ODER MYTHOS?

Der Flush vor der Ernte ist eines der meistdiskutierten Themen im Cannabisanbau. Die klassische Empfehlung: 1–2 Wochen vor der Ernte nur noch klares Wasser geben, damit die Pflanze ihre Nährstoffreserven aufbraucht und das Endprodukt milder und rauchfreier wird.

Die Wissenschaft ist hier nicht eindeutig. Einige Studien finden keinen messbaren Unterschied im Nährstoffgehalt der geernteten Buds. Andere Grower berichten subjektiv von besserem Geschmack und weißerer Asche beim Verbrennen nach einem Flush. Die Debatte ist offen.

Praxis-Empfehlung: In mineralisch gedüngten Systemen (Kokos, Hydro) lohnt sich ein Flush von 7–14 Tagen vor der Ernte. In organischer Erde ist er weniger notwendig, da organische Nährstoffe ohnehin langsamer freigesetzt werden.

// WIE FLUSH RICHTIG DURCHFÜHREN

// FLUSH VS. WENIGER DÜNGEN

Wer kontinuierlich mit halber Herstellerdosis düngt und regelmäßig 10–20% Drain produziert, hat seltener Salzaufbau und braucht weniger häufig zu spülen. Präventives Gießen mit Drain ist effektiver als reaktives Spülen nach einem Problem.