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Das Cannabis Grow‑Lexikon

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Chelatbildung

NÄHRSTOFFECHEMIEFORTGESCHRITTEN

Chelatbildung (von griechisch chele: Krebsschere) bezeichnet die Bildung von Komplexverbindungen, bei denen ein organisches Molekül (der Chelatbildner oder Ligand) ein Metallion wie Eisen, Mangan oder Zink von mehreren Seiten umschließt und so in Lösung hält. Für den Cannabisanbau ist Chelatbildung relevant, weil viele Mikronährstoffe in normalen Böden unlöslich werden und daher für die Pflanze nicht verfügbar sind.

// DAS PROBLEM: AUSFÄLLUNG VON SPURENELEMENTEN

Eisen (Fe), Mangan (Mn), Zink (Zn) und andere Spurenelemente neigen dazu, bei bestimmten pH-Werten als unlösliche Verbindungen auszufallen. Sie sind dann zwar physisch im Substrat vorhanden, aber die Wurzel kann sie nicht aufnehmen. Besonders in alkalischen Substraten (pH über 7) oder bei Hydroponik-Systemen ist dieses Problem häufig.

// DIE LÖSUNG: CHELIERTE NÄHRSTOFFE

Chelat-Dünger binden die Metallionen so, dass sie in Lösung bleiben und von der Pflanze aufgenommen werden können, auch außerhalb ihres idealen pH-Bereichs. Die Pflanze nimmt das gesamte Chelat-Komplex auf und löst das Metallion dann intern ab.

// GÄNGIGE CHELATBILDNER

Praxis-Tipp: Wer trotz korrektem pH immer wieder Eisenmangel hat, ist mit einem EDDHA-Eisenchelat meist besser bedient als mit Standard-Fe-EDTA. Huminsäure-Produkte verbessern gleichzeitig die mikrobielle Aktivität im Substrat.

// CHELATBILDUNG IM BODEN: NATÜRLICHE PROZESSE

In Erde passiert Chelatbildung ständig von selbst. Pflanzenwurzeln geben organische Säuren (Phytosiderophore) ab, die Eisen und andere Spurenelemente im Boden chelieren und für die Aufnahme vorbereiten. Mykorrhizapilze verstärken diesen Effekt erheblich. Das ist ein weiterer Grund, warum gut belebte Erde mit aktiver Mikrobiologie oft weniger Spurenelementmängel zeigt als inerte Hydroponik-Medien.

// WANN CHELAT-DÜNGER KAUFEN?

Für Einsteiger mit gutem Substrat und korrekt eingestelltem pH sind Chelat-Spezialprodukte meist nicht nötig. Sinnvoll werden sie bei: hartem Leitungswasser mit hohem Kalkgehalt, Hydroponik-Systemen mit destilliertem oder RO-Wasser, wiederholten Eisenmangelsymptomen trotz korrektem pH, und Outdoor-Grows in lehmigen oder kalkhaltigen Böden.