Mykorrhiza (griechisch: mykes = Pilz, rhiza = Wurzel) bezeichnet eine Symbiose zwischen bestimmten Pilzarten und den Wurzeln von Pflanzen. Mykorrhizapilze besiedeln die Wurzeloberfläche und das umliegende Erdreich und bilden ein weitreichendes Netzwerk aus feinen Pilzfäden (Hyphen). Dieses Netzwerk kann das effektive Nährstoff-Absorptionsvolumen der Wurzel um das bis zu 700-fache vergrößern.
// WIE DIE SYMBIOSE FUNKTIONIERT
Die Pflanze versorgt den Pilz mit Zuckern (Kohlenhydraten), die sie durch Photosynthese produziert. Im Gegenzug erschließt der Pilz mit seinen Hyphen Wasser und Nährstoffe in Bodenbereichen, die die Wurzel alleine nicht erreichen könnte. Besonders Phosphor, Zink und Kupfer werden durch Mykorrhizapilze wesentlich effizienter aufgenommen. Auch die Wasserversorgung in Trockenphasen verbessert sich deutlich.
Zusammenfassung: Die Pflanze gibt Zucker. Der Pilz gibt Nährstoffe und Wasser. Beide gewinnen.
// VORTEILE IM GROW
- Größeres effektives Wurzelvolumen ohne größere Töpfe
- Bessere Phosphoraufnahme, weniger P-Dünger nötig
- Höhere Trockenheitstoleranz
- Schnelleres Wurzelwachstum nach Umtopfen
- Verbesserte Bodenstruktur durch Pilzmyzel
- Natürlicher Schutz vor Wurzelpathogenen (Pythium, Fusarium)
// MYKORRHIZA RICHTIG ANWENDEN
Mykorrhizapilze sind als Pulver, Granulat oder Liquid erhältlich. Die effektivste Anwendung erfolgt direkt beim Einpflanzen:
- Pulver direkt in die Pflanzgrube geben oder die Wurzeln damit bestäuben
- Beim Umtopfen die Wurzeln leicht mit Pulver bedecken
- Als Gießlösung beim ersten Angießen verwenden
Nach der Ansiedelung braucht man das Produkt nicht ständig nachzudosieren. Die Pilze etablieren sich und wachsen mit der Pflanze.
// WICHTIGE EINSCHRÄNKUNGEN
- Hoher Phosphorgehalt hemmt Mykorrhiza: Wenn ausreichend P verfügbar ist, hat die Pflanze keinen Anreiz, die Symbiose zu unterhalten. Starke P-Düngung kann die Mykorrhiza-Aktivität unterdrücken.
- Synthetische Fungizide: Viele Fungizide töten Mykorrhizapilze ab.
- Hydroponik: In reinen Wassersystemen ohne Substrat können sich Mykorrhizapilze nicht etablieren.
- Sterilisiertes Substrat: Komplett sterilisierte Erden enthalten keine Bodenorganismen mehr. Mykorrhiza muss dann aktiv zugesetzt werden.
// MYKORRHIZA UND MIKROBIOLOGIE
Mykorrhizapilze sind nur ein Teil eines lebendigen Bodenökosystems. Zusammen mit Bakterien (besonders Trichoderma und Bacillus-Arten) bilden sie ein komplexes Netz, das die Nährstoffverfügbarkeit, Bodenstruktur und Pflanzengesundheit erheblich verbessert. Living-Soil-Ansätze im Homegrow bauen genau auf diesem Zusammenspiel auf.
// HÄUFIGE FRAGEN
Was bringt Mykorrhiza im Grow konkret?
Die Pilze vergrößern die aufnehmende Oberfläche der Wurzeln erheblich und erschließen Nährstoffe, vor allem Phosphor, die sonst schwer verfügbar wären. Im Gegenzug erhalten sie Zucker von der Pflanze.
Wie bringe ich Mykorrhiza richtig aus?
Am wirksamsten im direkten Kontakt zur Wurzel, also beim Umtopfen oder Pflanzen direkt ins Pflanzloch. Über das Gießwasser ausgebracht erreicht nur ein Bruchteil die Wurzeloberfläche.
Wann funktioniert Mykorrhiza nicht?
In rein mineralischen Systemen mit hoher Salzkonzentration und in Hydrokulturen findet die Symbiose kaum statt. Auch hohe Phosphorgaben unterdrücken die Besiedlung, weil die Pflanze den Partner dann nicht braucht.