Die Stammbäume hinter den Namen
Im Handel stehen heute tausende Sortennamen. Verfolgt man ihre Stammbäume zurück, landet man fast immer bei denselben zwei oder drei Ausgangssorten, neu kombiniert und neu benannt. Diese Seite sammelt die 25 Namen, die am Anfang stehen.
Sie gliedern sich in drei Schichten. Zuerst die Landrassen, über Jahrhunderte an ihre Region angepasste Populationen, die niemand gezüchtet hat. Darauf die Gründerväter, die ersten stabilisierten Hybriden aus den 1970er bis 1990er Jahren, in denen die Landrassen zusammengeführt wurden. Und schließlich die zweite Generation, die daraus entstand und bis heute die meisten Neuzüchtungen prägt.
Chemdawg etwa steckt direkt oder indirekt in OG Kush, Sour Diesel und praktisch jeder Cookies-Variante. Wer diese Zusammenhänge kennt, kann bei einer unbekannten Sorte abschätzen, wie sie wachsen wird, noch bevor der erste Samen im Wasser liegt.
Warum hier nichts zur Wirkung steht. Die verbreitete Zuordnung, Indica wirke körperlich und Sativa geistig, ist wissenschaftlich nicht haltbar, und aus einem Sortennamen lässt sich die Wirkung ohnehin nicht ableiten. Wir beschreiben deshalb Herkunft, Wuchsverhalten und Aroma und verzichten auf Wirkungsversprechen. Mehr dazu im Artikel zu Genetik.
Und noch ein Hinweis: Growmigo verkauft kein Saatgut und vermittelt keines. Was beim Bezug von Samen in Deutschland rechtlich gilt, steht unter Vermehrungsmaterial und Einfuhrverbot.
Die reinen Ursprungssorten, ohne Kreuzung entstanden
Die kompakte, harzreiche Basis fast jeder indicadominanten Zucht. Ohne sie gäbe es weder kurze Blütezeiten noch dichte Blüten.
Die Gebirgslinie, die dem halben Sortenmarkt den Namen gab. Klein, extrem harzig, an Höhenlagen angepasst.
Die tropische Extremform: riesig, langsam, hitzefest. Ohne Thai gäbe es keine Haze.
Der goldene Klassiker aus Guerrero und einer der drei Bausteine, aus denen Skunk #1 entstand.
Ikone der späten 1960er, heute fast verschwunden. Benannt nach den auffällig rötlichen Blütennarben.
Aus der Sierra Nevada de Santa Marta und der zweite tropische Baustein von Skunk #1.
Die Ausnahme unter den Landrassen: Sativa-Statur bei indicaartiger Blütezeit. Elternteil von GSC.
Die jamaikanische Linie mit dem leuchtend hellgrünen Erscheinungsbild und einem Ruf, der älter ist als jede Saatgutbank.
Die afrikanische Extremsorte: riesig, spät, außergewöhnlich harzreich. Lokal als Chamba bekannt.
Die stabilisierten Linien der 1970er bis 1990er Jahre
Die erste breit verfügbare, stabil vererbende Hybride. Der Punkt, an dem aus Landrassen Zucht wurde.
Der Maßstab für kompakten Wuchs und kurze Blütezeit. Bis heute eine der meistgekreuzten Linien überhaupt.
Die Zusammenführung tropischer Landrassen aus vier Kontinenten. Legendär, wunderschön, im Anbau kaum zu bändigen.
Die Sorte, die den Begriff White prägte. Eine Harzschicht, die ganze Blüten weiß erscheinen lässt.
Vier Landrassen aus vier Regionen in einer Sorte, 1992 von Serious Seeds veröffentlicht.
Aus dreizehn Samen in einer Tüte wurde die einflussreichste amerikanische Linie der Gegenwart.
Die Sorte, die bewies, dass Cannabis nach Frucht schmecken kann. Von DJ Short aus tropischem Material selektiert.
Die berühmteste Entstehungsgeschichte der Cannabiswelt, und zugleich die am schlechtesten belegte.
Daraus gezüchtet, bis heute in unzähligen Stammbäumen
Die Grundlage der kalifornischen Zucht. Trotz des Namens vermutlich keine Kush-Linie, sondern eine Chemdawg-Abkömmling.
Das Gegenstück zur Westküste: sauer, scharf, treibstoffartig und sehr schwer geruchlich zu verbergen.
Benannt nach dem Aktivisten und Autor. Der europäische Weg, Haze-Charakter in einen anbaubaren Zyklus zu bringen.
Gewann drei Cannabis Cups in Folge. Der gelungenste Versuch, Haze in einen Zyklus zu bringen, den man planen kann.
Die Sorte, die das letzte Jahrzehnt geprägt hat. Kleiner Ertrag, enorme Harzleistung, hunderte Nachkommen.
Musste nach einem Markenrechtsstreit ihren Namen ändern. Heute offiziell Original Glue oder GG4.
Kaffee und Kakao statt Zitrus. Eine der kompaktesten und dichtesten Linien überhaupt.
Aus Humboldt County, mit scharfem Zitrus-Kiefer-Aroma und einem Namen aus einer Anekdote.
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