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Die Stammbäume hinter den Namen

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Panama Red

LANDRASSEPANAMASELTENKLASSIKER
TypLandrasse, schmalblättrig
HerkunftPanama, tropisches Mittelamerika
AbstammungReine Landrasse, keine Kreuzung
BlütezeitEtwa 11 bis 14 Wochen
WuchsHoch und schlank, lange Seitentriebe, langgestreckte lockere Blüten
AromaWürzig, leicht süßlich, teils mit erdiger Tiefe
AnspruchHoch, sehr lange Blütezeit

Panama Red gehörte in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren zu den bekanntesten Namen in Nordamerika. Ihren Namen verdankt sie den auffällig rötlich gefärbten Blütennarben, die den getrockneten Blüten einen rostroten Schimmer gaben.

// HERKUNFT UND GESCHICHTE

Panama liegt nahe am Äquator, entsprechend lang ist die Vegetationsperiode und entsprechend spät wird die Pflanze reif. Die Sorte wurde über den Handelsweg Mittelamerika in die Vereinigten Staaten bekannt und galt dort eine Zeit lang als Qualitätsmaßstab.

Ihr Niedergang hat einen nüchternen Grund. Als in den 1970er Jahren der Anbau nach Nordamerika und Europa verlagert wurde, zählte plötzlich etwas anderes: kurze Blütezeit, kompakter Wuchs, Eignung für den Innenanbau. In all diesen Punkten war Panama Red unterlegen. Sie wurde von den afghanisch geprägten Hybriden schlicht verdrängt.

Zur roten Färbung: Die rötlichen Narben sind ein Merkmal dieser Population, nicht ein Hinweis auf besondere Wirkung. Auch bei anderen Sorten färben sich Stigmen zum Ende der Blüte rötlich oder braun, das ist ein normaler Reifevorgang. Farbe taugt nicht als Qualitätsmerkmal.

// IM ANBAU

Panama Red ist eine Herausforderung. Mit elf bis vierzehn Wochen Blütezeit und ausgeprägtem Streckungswachstum braucht sie viel Zeit und viel Höhe. Im mitteleuropäischen Freiland wird sie praktisch nie rechtzeitig fertig.

Im Zelt ist sie nur mit konsequentem Training zu führen. ScrOG ist hier kein Komfortgewinn, sondern Voraussetzung. Positiv fällt die geringe Schimmelanfälligkeit auf, weil die Blüten locker bleiben und gut durchlüftet sind.

// WAS DARAUS WURDE

Panama Red ist ein Beispiel für eine Landrasse, die den Übergang in die moderne Zucht nicht geschafft hat. Anders als Colombian Gold oder Durban Poison wurde sie nicht in eine prägende Hybridlinie eingekreuzt und verschwand deshalb weitgehend.

Was heute unter dem Namen angeboten wird, sind fast ausnahmslos Rekonstruktionen. Einzelne Saatgutbanken und Sammler arbeiten an der Erhaltung solcher Linien, weil in ihnen genetische Vielfalt steckt, die in den stark durchmischten Hybriden längst verloren gegangen ist.

// HÄUFIGE FRAGEN

Warum heißt die Sorte Panama Red?

Nach der Herkunft Panama und nach den auffällig rötlich gefärbten Blütennarben, die den getrockneten Blüten einen rostroten Schimmer geben.

Warum ist Panama Red heute so selten?

Weil sie bei der Verlagerung des Anbaus nach Europa und Nordamerika in allen praktisch relevanten Punkten unterlegen war: zu lange Blütezeit, zu hoher Wuchs, schlecht für den Innenanbau geeignet. Sie wurde von den afghanisch geprägten Hybriden verdrängt.

Bedeuten rote Blütennarben eine besondere Wirkung?

Nein. Die Färbung ist ein Sortenmerkmal und Teil des normalen Reifevorgangs, bei dem sich die Narben auch bei anderen Sorten rötlich oder braun verfärben. Als Qualitäts- oder Wirkungsmerkmal taugt die Farbe nicht.

Zu den Angaben: Blütezeit, Wuchshöhe und Aroma sind Richtwerte. Sie schwanken erheblich zwischen einzelnen Phänotypen, zwischen Saatgutbanken und je nach Anbaubedingungen. Zur Wirkung machen wir bewusst keine Angaben, weil sie sich nicht aus der Sortenbezeichnung ableiten lässt. Warum das so ist, steht im Artikel zu Genetik.

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