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Das Cannabis Grow‑Lexikon

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SCROG (Screen of Green)

TRAININGTECHNIKERTRAGNETZ

SCROG steht für Screen of Green. Bei dieser Technik wird ein horizontales Netz oder Gitter über den Pflanzen gespannt. Die aufstrebenden Triebe werden immer wieder durch die Netzmaschen geführt und horizontal ausgerichtet, bis das gesamte Netz gleichmäßig mit Trieben bedeckt ist. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiger, flacher Baldachin aus Blütenansätzen, der die Lichtfläche maximal ausnutzt. Anders als bei Mainlining erzwingt hier nicht die innere Ast-Struktur die Symmetrie, sondern das Netz selbst gibt die Form von außen vor.

// WARUM SCROG SO EFFEKTIV IST: LICHTVERTEILUNG STATT LICHTHIERARCHIE

Licht fällt von oben, und seine Intensität nimmt mit jedem Zentimeter Abstand zur Lampe deutlich ab. Eine untrainierte Pflanze hat einen hohen Haupttrieb, der viel Licht bekommt, und viele kleine Seitentriebe tief unten, die durch die Blätter darüber beschattet werden und kaum nutzbares Licht erhalten. Diese unteren Triebe entwickeln sich zu kleinen, luftigen "Popcorn-Buds", die kaum zur Ernte beitragen.

SCROG löst dieses Problem, indem es die natürliche Höhenhierarchie der Pflanze physisch einebnet. Jeder Trieb, der durch das Netz geführt wird, landet auf derselben horizontalen Ebene direkt unter der Lampe. Kein Trieb hat mehr einen strukturellen Lichtvorsprung vor einem anderen, weil die Netzmaschen die Wuchsrichtung vorgeben statt der Pflanze selbst. Die gesamte verfügbare Lichtfläche wird so produktiv genutzt, statt dass ein Großteil des Lichts ungenutzt an einer einzelnen Hauptkola vorbeigeht.

Grundregel für das Netz: Maschenweite 5×5 cm bis 10×10 cm. Netz ca. 20–30 cm über dem Topfrand spannen. Aus stabilem Nylonfaden, Juteband oder fertigem Growroom-Netz.

// SO GEHST DU VOR

// SCROG MIT EINER PFLANZE VS. MEHREREN

SCROG funktioniert mit einer einzelnen, intensiv trainierten Pflanze genauso gut wie mit mehreren kleineren. Eine große Pflanze hat den Vorteil einer einfacheren Gesetzlage, da weniger Pflanzen gleichzeitig kultiviert werden. Mehrere kleinere Pflanzen füllen das Netz dagegen schneller und verzeihen eher, wenn eine einzelne Pflanze schwächer wächst. In einem 120×120-cm-Zelt reichen oft 1–2 gut trainierte Pflanzen, um das Netz vollständig zu bedecken.

// SCROG VS. SOG

SCROG und SOG (Sea of Green) verfolgen entgegengesetzte Strategien für dasselbe Ziel, maximale Lichtausnutzung. SCROG setzt auf wenige, stark trainierte Pflanzen, die die gesamte Fläche mit verzweigten Ästen füllen. SOG setzt auf viele kleine, kaum trainierte Pflanzen mit je einer einzigen Kola, die dicht nebeneinander stehen und schnell geerntet werden. SCROG braucht mehr Vegetationszeit und Trainingsaufwand, SOG braucht mehr Pflanzen und damit eventuell mehr Platz für Jungpflanzen oder Stecklinge.

Welche Methode besser passt, hängt oft von der Anzahl erlaubter Pflanzen und der verfügbaren Zeit ab. Wer nur wenige Pflanzen kultivieren darf oder möchte, holt mit SCROG mehr Ertrag pro Pflanze heraus. Wer dagegen viele kleine Stecklinge zur Verfügung hat und schnelle Umschläge bevorzugt, fährt mit SOG oft besser, weil dort kaum Trainingsaufwand anfällt und die Vegetationsphase deutlich kürzer ausfallen kann.

// LOLLIPOPPING BEIM SCROG

Sobald das Netz bedeckt ist und die Blüte beginnt, werden alle Triebe unterhalb des Netzes entfernt. Das nennt man Lollipopping. Diese unteren Triebe erhalten kaum Licht und würden nur Energie verbrauchen, ohne nennenswerte Buds zu produzieren. Die gesamte Energie der Pflanze fließt so gebündelt in die Kolas oberhalb des Netzes.

// HÄUFIGE FEHLER

// NACHTEILE UND HERAUSFORDERUNGEN

// HÄUFIGE FRAGEN

Wie viele Pflanzen brauche ich für ein SCROG-Netz?

Das hängt von der Zeltgröße und der Anzahl erlaubter Pflanzen ab. In einem 120×120-cm-Zelt reichen oft 1–2 gut trainierte Pflanzen, um das Netz vollständig zu bedecken. Mehr kleinere Pflanzen füllen das Netz schneller, brauchen aber mehr gleichzeitige Pflege.

Ab wann muss ich mit dem Einweben beginnen?

Sobald die Triebspitzen die Netzhöhe erreichen, meist einige Wochen nach Beginn der Vegetationsphase. Je nach Wuchsgeschwindigkeit der Sorte kann das früher oder später sein, wichtig ist, das Netz nicht ungenutzt überwachsen zu lassen.

Kann ich SCROG mit Autoflower kombinieren?

Ja, das funktioniert gut, solange du mit sanftem Einweben statt aggressivem Training arbeitest. Da Autoflower keine steuerbare Vegetationszeit hat, muss das Netz früh gespannt und die Pflanze zügig eingewebt werden.

Wie viel vom Netz sollte bedeckt sein, bevor ich die Blüte einleite?

Ein guter Richtwert sind 70–80% Netzbedeckung. Bei weniger bleibt zu viel ungenutzte Fläche unter der Lampe, bei einem bereits komplett vollen Netz vor der Blüte fehlt oft noch Platz für den Blüte-Stretch.