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Das Cannabis Grow‑Lexikon

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Mainlining

TRAININGFORTGESCHRITTENHSTSTRUKTUR

Mainlining ist eine fortgeschrittene Trainingstechnik, bei der durch systematisches Topping und LST eine symmetrische Grundstruktur mit einer definierten Anzahl gleichwertiger Haupttriebe aufgebaut wird. Das Ziel ist ein sogenannter Manifold: ein zentraler Verteiler, von dem alle Triebe gleichmäßig abzweigen und annähernd gleich viel Energie erhalten. Das Ergebnis sind 8, 16 oder mehr Kolas nahezu identischer Größe, statt einer dominanten Hauptkola mit vielen kleinen Nebentrieben.

// DAS PRINZIP: GLEICHMÄSSIGE ENERGIEVERTEILUNG DURCH SYMMETRIE

Bei einer untrainierten Pflanze fließt mehr Energie in den höchsten, am besten belichteten Trieb als in die tiefer liegenden Seitenäste. Das liegt an der apikalen Dominanz: Der Haupttrieb produziert Auxin, das Seitentriebe im Wachstum bremst, und je höher ein Trieb sitzt, desto mehr Fernlicht und desto mehr unbelastete Leitbahnen zur Wurzel hat er. Mainlining bricht diese Hierarchie gezielt und vollständig auf. Durch das wiederholte Toppen und das konsequente Entfernen aller "überzähligen" unteren Triebe bleiben am Ende nur Äste übrig, die alle denselben Abstand zur Wurzel, dieselbe Anzahl an Verzweigungspunkten und damit eine praktisch identische Versorgung mit Wasser und Nährstoffen haben. Kein Ast hat einen strukturellen Vorteil gegenüber einem anderen, weshalb sich am Ende auch die Blütenstände nahezu gleich groß entwickeln.

Typisches Ergebnis: 8 Kolas nach 3 Topping-Runden. 16 Kolas nach 4 Runden. Je mehr Runden, desto mehr Vegetationszeit wird benötigt und desto akribischer muss bei jedem Schritt gearbeitet werden.

// SO GEHST DU VOR

// ZEITAUFWAND UND VEGETATIONSZEIT

Mainlining ist zeitintensiv. Zwischen jeder Topping-Runde braucht die Pflanze mindestens 7–10 Tage Erholungszeit, bevor der nächste Schnitt sinnvoll ist. Für einen vollständigen 8-Kola-Manifold solltest du mit mindestens 6–8 Wochen Vegetationszeit rechnen, für 16 Kolas entsprechend mehr. Das macht Mainlining praktisch ausschließlich für photoperiodische Sorten geeignet, bei denen die Vegetationsphase nicht durch das Alter der Pflanze begrenzt ist.

// MAINLINING VS. SCROG

Beide Techniken zielen auf einen gleichmäßigen, flachen Baldachin aus Kolas ab, gehen aber unterschiedlich vor. Mainlining erzwingt die Symmetrie von innen, durch die Ast-Struktur selbst, während SCROG die Triebe von außen durch ein Netz in Form zwingt. Wer beide kombiniert, bekommt eine besonders robuste und gleichmäßige Struktur: Mainlining sorgt für gleichwertige Äste, das Netz hält sie zusätzlich auf konstanter Höhe.

Für Grower mit wenig Zeit ist SCROG allein oft die praktikablere Wahl, weil das Netz einen Großteil der Formgebung übernimmt und weniger präzises Schneiden erfordert. Mainlining lohnt sich besonders, wenn du mit wenigen, großen Pflanzen arbeitest und maximale Kontrolle über die Anzahl und Gleichmäßigkeit der Kolas haben willst, etwa weil gesetzliche Vorgaben die Pflanzenzahl begrenzen und du das Beste aus jeder einzelnen Pflanze herausholen willst.

// HÄUFIGE FEHLER

// VORTEILE VON MAINLINING

// NACHTEILE

// HÄUFIGE FRAGEN

Wie lange dauert ein vollständiges Mainlining?

Für einen 8-Kola-Manifold solltest du 6–8 Wochen Vegetationszeit einplanen, für 16 Kolas entsprechend mehr. Zwischen jeder Topping-Runde braucht die Pflanze 7–10 Tage Erholung, bevor der nächste Schnitt sinnvoll ist.

Kann ich Mainlining bei Autoflower anwenden?

Nicht empfohlen. Die mehrwöchige Prozedur mit mehreren Erholungspausen passt nicht in die kurze, festgelegte Vegetationszeit von Autoflower-Sorten. Bei Autos ist LST die deutlich praktikablere Alternative.

Was passiert, wenn ich einen Schritt beim Mainlining verpasse oder falsch mache?

Ein einzelner ungleicher Trieb lässt sich meist noch per LST ausgleichen, indem er etwas weiter nach außen gebogen wird, um denselben Lichtzugang wie die anderen Triebe zu bekommen. Bei gravierenden Fehlern früh in der Struktur lohnt es sich manchmal, die betroffene Seite neu aufzubauen statt die ganze Pflanze zu verwerfen.

Brauche ich für Mainlining ein SCROG-Netz?

Nein, Mainlining funktioniert eigenständig über Topping und LST. Ein zusätzliches Netz kann aber sinnvoll sein, um die vielen gleichwertigen Kolas in der Blüte auf einer festen Höhe zu halten, besonders bei Sorten mit schwachen Ästen.

Verändert Mainlining den Geschmack oder die Wirkung der Buds?

Nein, die Trainingstechnik selbst hat keinen direkten Einfluss auf Terpen- oder Cannabinoidprofil. Was sich verändert, ist die Gleichmäßigkeit der Buds über die gesamte Pflanze hinweg, weil alle Kolas ähnlich viel Licht und Nährstoffe bekommen statt nur die Hauptkola.