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Das Cannabis Grow‑Lexikon

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Topping

TRAININGSCHNITTTECHNIKHST

Topping ist eine der am häufigsten angewendeten Trainingstechniken im Cannabisanbau. Dabei wird der Haupttrieb der Pflanze an einer bestimmten Stelle abgeschnitten. Die Pflanze verliert ihren einzigen dominanten Blütenansatz und reagiert, indem sie die beiden nächsten Seitentriebe unterhalb der Schnittstelle zu zwei neuen, gleichwertigen Haupttrieben entwickelt. Aus einer Pflanze mit einer großen Hauptkola werden so zwei mittelgroße Kolas, was in Summe meist mehr nutzbare Blütenmasse und eine gleichmäßigere Ernte bringt.

// WARUM TOPPING FUNKTIONIERT: DIE APIKALE DOMINANZ

Um zu verstehen, warum Topping überhaupt etwas bewirkt, hilft ein Blick auf die Wuchsstrategie der Pflanze. Cannabis zeigt von Natur aus apikale Dominanz: Die Triebspitze produziert das Pflanzenhormon Auxin, das nach unten in Richtung Wurzel wandert und dort das Wachstum der Seitentriebe unterdrückt. Je näher ein Seitentrieb an der Spitze sitzt, desto stärker wird er gebremst. So entsteht die typische Kegelform mit einer dominanten Hauptkola oben und immer kleineren Blüten weiter unten.

Schneidest du die Triebspitze ab, fällt die Auxin-Quelle weg. Die Konzentration des hemmenden Hormons in den obersten Nodien sinkt schlagartig. Gleichzeitig steigt lokal der Anteil an Cytokininen, einem Gegenspieler-Hormon, das Seitenwachstum fördert. Die beiden Achselknospen direkt unterhalb der Schnittstelle übernehmen dadurch die Rolle der Triebspitze und wachsen ab sofort gleichberechtigt als zwei neue Haupttriebe weiter. Jeder der beiden entwickelt danach wieder seine eigene, schwächere apikale Dominanz gegenüber den Trieben unter sich.

Ergebnis nach einem Topping: 2 Haupttriebe. Nach einem zweiten Topping beider neuen Triebe: 4 Haupttriebe. Jedes weitere Topping verdoppelt rechnerisch die Anzahl der Hauptkolas, auch wenn nicht jeder Trieb am Ende gleich stark wird.

// WANN TOPPEN?

// SO GEHST DU VOR

// TOPPING BEI AUTOFLOWER?

Generell nicht empfohlen. Autoflower-Sorten haben eine begrenzte und festgelegte Vegetationszeit, die nicht von der Lichtdauer, sondern vom Alter der Pflanze gesteuert wird. Das Topping kostet 7–10 Tage Erholungszeit, die bei Autoflower direkt von der ohnehin kurzen Wachstumsphase abgezogen wird und am Ende oft mehr Ertrag kostet, als sie bringt. LST ist bei Autoflower fast immer die bessere Wahl, weil sie keine Erholungspause erzwingt.

// TOPPING VS. FIMMING

Für Einsteiger ist Topping die bessere Wahl, weil das Ergebnis vorhersehbar ist. FIMming lohnt sich für Grower, die mit mehr Triebspitzen pro Schnitt experimentieren wollen und eine gewisse Unsicherheit im Ergebnis akzeptieren.

// HÄUFIGE FEHLER

// NACH DEM TOPPING: WAS KOMBINIEREN?

Topping allein reicht selten aus, um das volle Potenzial der Pflanze auszuschöpfen. Die Kombination mit LST ist ideal: Die neuen Haupttriebe werden nach außen gebogen, um Platz für weitere Seitentriebe zu schaffen und die Pflanze in die Breite statt in die Höhe wachsen zu lassen. Wer ein SCROG-Netz einsetzt, beginnt direkt nach dem Topping damit, alle aufstrebenden Triebe in das Netz einzuweben. Wer mehrfaches, systematisches Topping mit LST kombiniert, landet bei der Technik des Mainlining.

// HÄUFIGE FRAGEN

Wie viele Male kann ich eine Pflanze toppen?

Theoretisch beliebig oft, solange genug Vegetationszeit übrig bleibt. In der Praxis sind 1–2 Toppings üblich. Jede weitere Runde verdoppelt zwar rechnerisch die Anzahl der Haupttriebe, kostet aber auch wieder Erholungszeit und macht die Pflanze buschiger, was mehr Pflege und Platz braucht.

Wächst die Pflanze nach dem Topping langsamer?

Kurzfristig ja. In den ersten 5–7 Tagen nach dem Schnitt pausiert das sichtbare Höhenwachstum, weil die Pflanze Energie in die Wundheilung und die neuen Triebe steckt. Danach wächst sie meist kräftiger weiter als zuvor, weil jetzt zwei statt einem Haupttrieb aktiv sind.

Kann ich beim Topping etwas falsch machen, das die Pflanze umbringt?

Ein sauberer Schnitt tötet eine gesunde Pflanze nicht. Riskant wird es nur bei unsauberem Werkzeug (Infektionsgefahr), bei zu jungen Pflanzen ohne ausreichend Wurzelmasse oder wenn direkt danach Nährstoff- oder Wasserstress hinzukommt.

Topping oder FIMming, was ist besser für Anfänger?

Topping, weil das Ergebnis planbar ist: praktisch immer genau zwei neue Haupttriebe. FIMming ist unberechenbarer, kann aber mit etwas Übung mehr Kolas aus einem einzigen Schnitt erzeugen.

Muss ich die Schnittstelle nach dem Topping behandeln?

Bei einem sauberen, geraden Schnitt reicht es, die Stelle trocken zu halten. Cannabis heilt Schnittwunden von selbst ab. Wundverschlussmittel oder Ähnliches ist nicht nötig, solange das Werkzeug desinfiziert war.