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Das Cannabis Grow‑Lexikon

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Supercropping

TRAININGHSTTECHNIKFORTGESCHRITTEN

Supercropping ist eine HST-Technik, bei der der Stängel oder Ast so gebogen wird, dass das innere Gewebe (Markgewebe) bricht, während die äußere Hülle (Epidermis) intakt bleibt. Die Pflanze reagiert auf diese kontrollierte Verletzung mit verstärktem Heilungswachstum: An der Knickstelle bildet sich eine verdickte Narbe (Knoten), die den Nährstoff- und Wassertransport in diesen Ast langfristig verbessert. Anders als beim Topping wird hier nichts entfernt, sondern gezielt eine innere Mikroverletzung erzeugt.

// WARUM SUPERCROPPING FUNKTIONIERT: KONTROLLIERTE MIKROFRAKTUR

Wenn du einen Ast zwischen den Fingern quetschst und rollst, brechen im Inneren feine Faserstränge des Markgewebes, ohne dass die schützende Außenhaut reißt. Für die Pflanze ist das ein lokalisierter Schaden, auf den sie mit derselben Wundheilungsreaktion reagiert wie auf jede andere Verletzung: verstärkte Zellteilung und vermehrte Einlagerung von Fasergewebe genau an dieser Stelle. Das Ergebnis ist eine sichtbare, harte Verdickung, der sogenannte Knoten, der nach 3–5 Tagen bereits stabil ist.

Diese verdickte Knickstelle ist kein Schwachpunkt, sondern eher ein Verstärker: Der Leitbahnquerschnitt an dieser Stelle nimmt zu, wodurch mehr Wasser und Nährstoffe pro Zeiteinheit in den dahinterliegenden Astabschnitt transportiert werden können. Grower-Erfahrungen zeigen häufig kräftigere Blütenentwicklung an supergecroppten Ästen, wobei sich das nicht pauschal beziffern lässt und stark von Sorte und Gesamtversorgung abhängt. Gleichzeitig hat das Abknicken einen zweiten, rein mechanischen Effekt: Der Ast sackt an der Knickstelle etwas ab und lässt sich dadurch leichter auf eine gewünschte, niedrigere Höhe bringen, ähnlich wie bei LST.

Doppelter Nutzen: Supercropping senkt hohe Äste auf die gewünschte Höhe (ähnlich wie LST) und stärkt gleichzeitig den Nährstofftransport in diesen Ast.

// SO GEHST DU VOR

// WANN SUPERCROPPING ANWENDEN?

// SUPERCROPPING VS. LST

LST biegt Äste, ohne sie zu beschädigen, rein mechanisch über die Zeit. Supercropping verletzt bewusst das innere Gewebe, um zusätzlich zur Formänderung eine Verdickung und einen verbesserten Nährstofftransport zu erzeugen. LST ist risikoärmer und für Einsteiger besser geeignet, weil nichts brechen kann. Supercropping braucht etwas mehr Fingerspitzengefühl, liefert aber an der Knickstelle einen zusätzlichen strukturellen Effekt. Viele erfahrene Grower kombinieren beide Techniken: LST für die grobe Formgebung, Supercropping gezielt an einzelnen, zu dominanten Ästen.

Ein typisches Einsatzszenario: Ein einzelner Ast wächst deutlich schneller als der Rest der Pflanze und droht, die Lampe zu berühren oder den Baldachin unausgeglichen zu machen. Statt ihn nur mit LST dauerhaft nach unten zu binden, was den Ast unter Spannung hält, senkt ein gezielter Supercropping-Knick ihn dauerhaft auf das gewünschte Niveau und stärkt gleichzeitig die Versorgung der dahinterliegenden Blütenstände.

// HÄUFIGE FEHLER

// RISIKEN

// HÄUFIGE FRAGEN

Wie erkenne ich, ob ich richtig oder zu stark gequetscht habe?

Richtig ausgeführt lässt sich der Ast danach locker und knickfrei in eine neue Richtung biegen, ohne dass er komplett durchhängt oder abreißt. Bricht der Ast vollständig durch oder hängt er schlaff wie ein durchtrenntes Kabel, war der Druck zu stark.

Muss die äußere Hülle beim Supercropping unbedingt intakt bleiben?

Im Idealfall ja, das ist der Kern der Technik. Reißt die Hülle trotzdem leicht ein, ist das kein Beinbruch: Die Stelle mit Klebeband oder Pfropfband stabilisieren, dann heilt sie meist trotzdem zuverlässig ab.

Kann ich Supercropping bei Autoflower anwenden?

Nur mit Vorsicht und eher bei robusten, kräftig wachsenden Autoflower-Sorten. Wegen der kurzen Vegetationszeit ist das Risiko höher als bei photoperiodischen Pflanzen. LST ist bei Autoflower generell die risikoärmere Wahl.

Wie oft kann ich denselben Ast supercroppen?

Mehrfach an unterschiedlichen Stellen entlang des Astes ist möglich, aber jede neue Knickstelle braucht wieder Erholungszeit. An derselben Stelle kurz nacheinander erneut zu quetschen, überfordert das Gewebe meist eher, als dass es zusätzlichen Nutzen bringt.