| Typ | Landrasse, schmalblättrig |
|---|---|
| Herkunft | Region um Durban, Provinz KwaZulu-Natal, Südafrika |
| Abstammung | Reine Landrasse, keine Kreuzung |
| Blütezeit | Etwa 8 bis 9 Wochen, für eine reine Sativa ungewöhnlich kurz |
| Wuchs | Hoch und schlank, kräftiger Haupttrieb, dicke Harzdrüsen trotz Sativa-Statur |
| Aroma | Anis, Süßholz, Zitrus, würzig |
| Anspruch | Mittel, für eine Sativa vergleichsweise unkompliziert |
Durban Poison ist unter den Landrassen ein Sonderfall. Sie hat die schlanke Statur und das schmale Blattwerk der tropischen Linien, wird aber in acht bis neun Wochen fertig. Diese Kombination gibt es sonst praktisch nicht, und genau sie macht die Sorte für Züchter bis heute wertvoll.
// HERKUNFT UND GESCHICHTE
Die Erklärung liegt in der Geografie. Die Region um Durban liegt in der Provinz KwaZulu-Natal, deutlich südlich des Wendekreises. Anders als am Äquator gibt es dort ausgeprägte Jahreszeiten mit spürbar unterschiedlichen Tageslängen. Die Pflanzen mussten reif werden, bevor die kühlere Jahreszeit begann, und haben sich entsprechend angepasst.
In den 1970er Jahren gelangte südafrikanisches Saatgut in den Westen, wobei der Aktivist und Autor Ed Rosenthal üblicherweise als wichtiger Vermittler genannt wird. In Europa und Nordamerika wurde die Linie anschließend selektiert und stabilisiert.
Ihre Bedeutung wuchs mit jeder Kreuzung. Wer eine schlanke, langgestreckte Genetik wollte, ohne vier Monate zu warten, kam an Durban Poison nicht vorbei.
// IM ANBAU
Durban Poison ist eine der wenigen reinen Landrassen, die sich für einen Homegrow ohne große Erfahrung eignet. Sie streckt sich in der Blüte zwar deutlich, ist aber in acht bis neun Wochen durch und damit planbar. Im mitteleuropäischen Freiland gehört sie zu den wenigen Sativa-Linien, die tatsächlich rechtzeitig fertig werden.
Die Pflanze bildet einen dominanten Haupttrieb. Wer mehrere gleichwertige Blüten will, arbeitet früh mit Topping oder LST. Die Blüten bleiben luftiger als bei indicadominanten Sorten, was sie im feuchten Herbst deutlich weniger anfällig für Botrytis macht.
Bemerkenswert ist die Harzbildung. Trotz schlanker Statur bildet Durban Poison große, gut sichtbare Trichome, was sie auch für die Weiterverarbeitung interessant macht.
// WAS DARAUS WURDE
Der prominenteste Nachkomme ist Girl Scout Cookies, die üblicherweise als Kreuzung aus OG Kush und Durban Poison angegeben wird. Da GSC wiederum in hunderten Folgesorten steckt, ist der südafrikanische Einfluss im heutigen Sortenangebot allgegenwärtig.
Darüber hinaus wird Durban Poison regelmäßig genutzt, um langsamen Linien Tempo beizubringen, ohne ihnen die schlanke Wuchsform zu nehmen. Diese Rolle als Beschleuniger macht sie zu einer der praktisch nützlichsten Landrassen überhaupt.
// HÄUFIGE FRAGEN
Warum ist Durban Poison so viel früher fertig als andere Sativas?
Weil die Region um Durban deutlich südlich des Wendekreises liegt und dort ausgeprägte Jahreszeiten mit unterschiedlichen Tageslängen herrschen. Die Pflanzen mussten reif sein, bevor die kühlere Jahreszeit begann, und haben sich über viele Generationen entsprechend angepasst.
Eignet sich Durban Poison für den Outdoor-Anbau in Deutschland?
Sie gehört zu den wenigen schmalblättrigen Landrassen, die hier realistisch rechtzeitig fertig werden. Mit acht bis neun Wochen Blütezeit und lockeren, wenig schimmelanfälligen Blüten kommt sie mit einem mitteleuropäischen Herbst besser zurecht als die meisten Sativa-Linien.
In welchen bekannten Sorten steckt Durban Poison?
Am bekanntesten ist Girl Scout Cookies, die üblicherweise als Kreuzung aus OG Kush und Durban Poison angegeben wird. Da GSC selbst in hunderten Folgesorten steckt, ist der Einfluss im heutigen Angebot weit verbreitet.
Zu den Angaben: Blütezeit, Wuchshöhe und Aroma sind Richtwerte. Sie schwanken erheblich zwischen einzelnen Phänotypen, zwischen Saatgutbanken und je nach Anbaubedingungen. Zur Wirkung machen wir bewusst keine Angaben, weil sie sich nicht aus der Sortenbezeichnung ableiten lässt. Warum das so ist, steht im Artikel zu Genetik.