| Typ | Hybride, stark indicabetont, Abstammung unbelegt |
|---|---|
| Herkunft | Unbekannt, Erzählungen verweisen auf die Vereinigten Staaten der 1970er Jahre |
| Abstammung | Nicht dokumentiert, überwiegend afghanisch geprägt |
| Blütezeit | Etwa 8 bis 9 Wochen |
| Wuchs | Kompakt bis mittelhoch, kräftig, sehr dichte und schwere Blüten |
| Aroma | Erdig, süßlich, moschusartig, kräftig |
| Anspruch | Gering bis mittel, robust |
G13 ist die bekannteste Erzählung der Cannabiskultur. Angeblich wurde die Sorte in einem geheimen Forschungsprogramm der US-Regierung gezüchtet und von einem Mitarbeiter nach außen geschmuggelt. Die Geschichte ist gut, ihre Belege sind es nicht.
// HERKUNFT UND GESCHICHTE
Die verbreitetste Fassung verortet die Entstehung an der University of Mississippi. Dort unterhält die US-Regierung tatsächlich seit 1968 ein Cannabis-Forschungsprogramm im Auftrag des National Institute on Drug Abuse. Dieser Teil der Geschichte ist belegt.
Alles Weitere ist es nicht. Der Erzählung zufolge hätten verschiedene Behörden weltweit die besten Genetiken zusammengetragen und daraus Hochleistungshybriden gezüchtet, durchnummeriert, wobei G13 die dreizehnte gewesen sei. Ein Mitarbeiter habe einen Steckling herausgebracht. Für die Existenz einer so bezeichneten Sorte innerhalb des Programms gibt es keinen dokumentarischen Nachweis.
Was wir hier trennen: Dass die US-Regierung seit 1968 ein Cannabis-Forschungsprogramm an der University of Mississippi betreibt, ist eine belegte Tatsache. Dass daraus eine Sorte namens G13 hervorgegangen und nach außen gelangt ist, ist nicht belegt. Es gibt keine Dokumente, keine Namen und keine überprüfbare Spur, sondern eine Erzählung, die seit den späten 1970er Jahren weitergegeben wird.
Wir führen G13 hier auf, weil sie als Sorte real existiert und im Handel angeboten wird. Ihre Entstehungsgeschichte behandeln wir als das, was sie ist: Folklore.
// IM ANBAU
Unabhängig von der Herkunftsfrage verhält sich die im Handel erhältliche G13 wie eine stark afghanisch geprägte Sorte. Sie bleibt kompakt, bildet schwere, dichte Blüten und ist nach acht bis neun Wochen fertig.
Die Blütendichte ist ihr auffälligstes Merkmal und zugleich ihr Risiko. In der Spätblüte ist konsequente Kontrolle der Luftfeuchtigkeit nötig, weil Botrytis bei solchen Blüten von innen beginnt und lange unbemerkt bleibt. Wegen des Gewichts brauchen die Seitentriebe in der Spätblüte oft eine Stütze.
// WAS DARAUS WURDE
G13 wurde vielfach als Kreuzungspartner genutzt, am bekanntesten in G13 Haze, einer Verbindung mit der Haze-Linie. Der Name verkauft sich gut, was dazu geführt hat, dass er von verschiedenen Anbietern für teils sehr unterschiedliche Genetiken verwendet wird.
Als Lehrstück ist die Sorte vielleicht wertvoller denn als Genetik. Sie zeigt, wie stark eine Geschichte den Wert eines Produkts beeinflusst, und wie selten in diesem Markt zwischen Überlieferung und Nachweis unterschieden wird.
// HÄUFIGE FRAGEN
Wurde G13 wirklich von der US-Regierung gezüchtet?
Dafür gibt es keinen Nachweis. Belegt ist, dass die US-Regierung seit 1968 ein Cannabis-Forschungsprogramm an der University of Mississippi betreibt. Dass daraus eine Sorte namens G13 hervorging und nach außen gelangte, ist eine seit den späten 1970er Jahren weitergegebene Erzählung ohne dokumentarische Grundlage.
Gibt es G13 als Sorte überhaupt?
Ja, unter diesem Namen werden reale Genetiken angeboten und angebaut. Unklar ist allein die Herkunft. Weil der Name nicht geschützt ist, verwenden ihn verschiedene Anbieter zudem für unterschiedliche Linien.
Wie verhält sich G13 im Anbau?
Wie eine stark afghanisch geprägte Sorte: kompakt, robust, nach acht bis neun Wochen fertig, mit sehr dichten und schweren Blüten. Diese Dichte verlangt in der Spätblüte konsequente Kontrolle der Luftfeuchtigkeit, und die Seitentriebe brauchen wegen des Gewichts oft eine Stütze.
Zu den Angaben: Blütezeit, Wuchshöhe und Aroma sind Richtwerte. Sie schwanken erheblich zwischen einzelnen Phänotypen, zwischen Saatgutbanken und je nach Anbaubedingungen. Zur Wirkung machen wir bewusst keine Angaben, weil sie sich nicht aus der Sortenbezeichnung ableiten lässt. Warum das so ist, steht im Artikel zu Genetik.