| Typ | Hybride aus mehreren tropischen Landrassen, schmalblättrig |
|---|---|
| Herkunft | Raum Santa Cruz, Kalifornien, späte 1960er und 1970er Jahre |
| Abstammung | Kolumbianische, mexikanische, thailändische und südindische Linien |
| Blütezeit | Etwa 14 bis 20 Wochen |
| Wuchs | Sehr hoch, schlank, extreme Streckung, lange lockere Blütenstände |
| Aroma | Weihrauch, Zitrus, Gewürze, erdig-süßlich |
| Anspruch | Sehr hoch, eine der schwierigsten Linien überhaupt |
Haze ist unter Growern ein Ehrfurchtsbegriff und zugleich eine Warnung. Sie entstand in Kalifornien aus der Zusammenführung tropischer Landrassen von vier Kontinenten und vereint deren Stärken mit deren sämtlichen Nachteilen.
// HERKUNFT UND GESCHICHTE
Die Entstehung wird den sogenannten Haze Brothers zugeschrieben, die in den späten 1960er und den 1970er Jahren im Raum Santa Cruz arbeiteten. Sie kombinierten kolumbianische, mexikanische, thailändische und südindische Genetik zu einer Linie, die in ihrer Komplexität damals einzigartig war.
Anders als bei Skunk #1 ging es dabei nicht um Stabilisierung und Praxistauglichkeit, sondern um das Ausreizen dessen, was tropische Genetik zu leisten vermag. Das Ergebnis war eine Pflanze, die vier bis fünf Monate blüht und dabei Höhen erreicht, die jeden Innenraum sprengen.
Über die Niederlande gelangte Haze in die europäische Zucht. Weil sie in Reinform unbrauchbar war, wurde sie fast ausschließlich eingekreuzt, um ihren Charakter in handhabbare Sorten zu übertragen.
// IM ANBAU
Reine Haze ist etwas für Überzeugungstäter. Die Pflanze kann sich nach dem Umschalten auf 12/12 vervierfachen, die Blütezeit übersteigt jede übliche Planung, und der Stromverbrauch eines solchen Durchgangs ist entsprechend hoch. Wer das ausrechnen will, findet im Portal einen eigenen Stromrechner.
Sinnvoll ist sie nur mit ScrOG und viel Geduld. Die Blüten bleiben locker und luftig, was das Schimmelrisiko gering hält, aber auch bedeutet, dass das Erntegewicht bezogen auf die eingesetzte Zeit bescheiden ausfällt.
Bemerkenswert ist ihre Toleranz gegenüber Wärme. Bedingungen, unter denen afghanisch geprägte Sorten einbrechen, steckt Haze ohne Weiteres weg.
// WAS DARAUS WURDE
Haze existiert heute vor allem in ihren Nachkommen. Super Silver Haze ist der gelungenste Versuch, ihren Charakter in eine anbaubare Sorte zu übersetzen, indem Haze mit Northern Lights und Skunk #1 kombiniert wurde.
Auch Jack Herer folgt diesem Muster. Beide Sorten haben denselben Zweck: die Aromatik und Wuchsform der Haze mit einer Blütezeit zu verbinden, die man im Kalender unterbringen kann.
// HÄUFIGE FRAGEN
Warum blüht Haze so extrem lange?
Weil sie ausschließlich aus tropischen Landrassen zusammengesetzt ist, die alle aus Regionen ohne ausgeprägte Jahreszeiten stammen. Diese Linien hatten nie einen Grund, früh reif zu werden, und Haze wurde bewusst auf diesen Charakter hin gezüchtet statt auf Praxistauglichkeit.
Kann ich Original Haze im Zelt anbauen?
Nur mit erheblichem Aufwand. Die Pflanze kann sich nach dem Umschalten vervierfachen und blüht vierzehn bis zwanzig Wochen. Ohne ScrOG und viel Höhe ist das nicht zu führen. Für die meisten Grower sind Haze-Kreuzungen die sinnvollere Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen Haze und Super Silver Haze?
Super Silver Haze ist der Versuch, den Haze-Charakter anbaubar zu machen. Durch Einkreuzung von Northern Lights und Skunk #1 sinkt die Blütezeit auf rund zehn bis zwölf Wochen und der Wuchs wird kontrollierbar, während Aromatik und Struktur weitgehend erhalten bleiben.
Zu den Angaben: Blütezeit, Wuchshöhe und Aroma sind Richtwerte. Sie schwanken erheblich zwischen einzelnen Phänotypen, zwischen Saatgutbanken und je nach Anbaubedingungen. Zur Wirkung machen wir bewusst keine Angaben, weil sie sich nicht aus der Sortenbezeichnung ableiten lässt. Warum das so ist, steht im Artikel zu Genetik.