| Typ | Landrasse, breitblättrig |
|---|---|
| Herkunft | Hindukusch-Gebirge zwischen Afghanistan und Pakistan, Höhenlagen |
| Abstammung | Reine Landrasse, keine Kreuzung |
| Blütezeit | Etwa 7 bis 9 Wochen |
| Wuchs | Sehr kompakt, buschig, selten über einen Meter, kräftige Seitentriebe |
| Aroma | Erdig, holzig, sandelholzartig, leicht süßlich |
| Anspruch | Gering, ausgesprochen widerstandsfähig |
Hindu Kush bezeichnet die Cannabis-Populationen aus dem gleichnamigen Gebirgszug zwischen Afghanistan und Pakistan. Die Höhenlage mit starker UV-Strahlung, kühlen Nächten und einer sehr kurzen Vegetationsperiode hat eine Pflanze geformt, die klein bleibt, extrem viel Harz bildet und schnell reif wird.
// HERKUNFT UND GESCHICHTE
Die Region gehört zu den ältesten Haschisch-Anbaugebieten der Welt. Wie bei Afghani wurde auch hier nicht auf Blüten, sondern auf Harzertrag selektiert. Die dicke Harzschicht ist dabei keine Züchtungsleistung, sondern ein Schutzmechanismus gegen die intensive UV-Strahlung in der Höhe.
Über den Hippie Trail gelangte das Saatgut in den 1960er und 1970er Jahren in den Westen. Weil die Sorte so verlässlich kompakt blieb und früh fertig war, wurde sie schnell zum Standardpartner für Kreuzungen mit langsam blühenden tropischen Linien.
Der Name blieb hängen. Aus Hindu Kush wurde Kush, und daraus ein Sammelbegriff, der heute auf hunderten Sortenverpackungen steht.
Vorsicht bei der Bezeichnung Kush. Der Namenszusatz ist rechtlich nicht geschützt und sagt für sich genommen nichts über die Abstammung aus. Viele moderne Sorten mit Kush im Namen haben mit den Gebirgslinien des Hindukusch wenig bis nichts zu tun. Bekanntestes Beispiel ist OG Kush, deren Herkunft bis heute umstritten ist und die nach heutigem Kenntnisstand eher aus dem Chemdawg-Umfeld stammt.
// IM ANBAU
Hindu Kush ist die Sorte für kleine Räume. Sie bleibt oft unter einem Meter, verzweigt stark und nutzt die Grundfläche besser als die Höhe. In Kombination mit einem kleineren Topf lässt sich die Endgröße gut steuern, was bei drei erlaubten Pflanzen und der 50-Gramm-Grenze ein praktischer Vorteil ist.
Die Pflanze steckt Temperaturschwankungen und trockene Luft besser weg als die meisten Genetiken, was der Herkunft aus dem Hochgebirge geschuldet ist. Empfindlich ist sie dagegen bei hoher Luftfeuchtigkeit in der Blüte, weil die kompakten Blüten kaum durchlüftet werden.
Wegen der starken Harzbildung ist Hindu Kush eine klassische Wahl für die Weiterverarbeitung zu Haschisch. Beim Trimmen lohnt es sich deshalb, das Schnittmaterial aufzubewahren.
// WAS DARAUS WURDE
Der Einfluss der Kush-Linien ist kaum zu überschätzen. Sie stecken in Bubba Kush, in zahllosen Kreuzungen der 1990er und über Umwege in fast jeder modernen indicadominanten Sorte.
Zugleich ist Hindu Kush ein gutes Beispiel dafür, wie Sortennamen zu Marketingbegriffen werden. Der Zusatz Kush verkauft, unabhängig davon, ob die Genetik ihn hergibt. Wer wissen will, was wirklich in einer Sorte steckt, schaut auf die angegebene Abstammung und nicht auf den Namen.
// HÄUFIGE FRAGEN
Bedeutet Kush im Sortennamen, dass Hindu Kush enthalten ist?
Nein. Der Begriff ist nicht geschützt und wird frei vergeben. Viele Sorten mit Kush im Namen haben keine nachweisbare Verbindung zu den Gebirgslinien des Hindukusch. Maßgeblich ist die angegebene Abstammung, nicht der Name.
Warum bildet Hindu Kush so viel Harz?
Die Harzschicht ist ein Schutz gegen die intensive UV-Strahlung in der Höhenlage. Über viele Generationen hat sich in diesen Populationen eine besonders starke Harzbildung durchgesetzt, weil sie dort einen Überlebensvorteil darstellt.
Wie groß wird Hindu Kush?
Sie bleibt meist unter einem Meter und wächst eher in die Breite als in die Höhe. Das macht sie zu einer der besten Wahlmöglichkeiten für niedrige Zelte und für Situationen, in denen die Pflanze bewusst kompakt bleiben soll.
Zu den Angaben: Blütezeit, Wuchshöhe und Aroma sind Richtwerte. Sie schwanken erheblich zwischen einzelnen Phänotypen, zwischen Saatgutbanken und je nach Anbaubedingungen. Zur Wirkung machen wir bewusst keine Angaben, weil sie sich nicht aus der Sortenbezeichnung ableiten lässt. Warum das so ist, steht im Artikel zu Genetik.