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Die Stammbäume hinter den Namen

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Chemdawg

HYBRIDEUSASTAMMLINIEUNGEKLÄRT
TypHybride, Abstammung nicht abschließend geklärt
HerkunftVereinigte Staaten, Ausgangsmaterial von 1991
AbstammungAus Samen im sogenannten Dog Bud, dessen Züchter unbekannt ist
BlütezeitEtwa 9 bis 10 Wochen
WuchsHoch und sparrig, lange Internodien, eher lockere Struktur
AromaScharf chemisch, treibstoffartig, sauer, mit Zitrusspitze
AnspruchMittel bis hoch, nährstoffempfindlich

Chemdawg, auch Chemdog geschrieben, ist die wichtigste amerikanische Linie der letzten drei Jahrzehnte. Ihr Aroma, scharf und treibstoffartig statt süß oder erdig, war Anfang der 1990er Jahre so ungewöhnlich, dass es eine ganze Geschmacksrichtung begründete.

// HERKUNFT UND GESCHICHTE

Die überlieferte Entstehung ist ungewöhnlich gut dokumentiert. Im Juni 1991 kaufte Greg Krzanowski, in der Szene als Chemdog bekannt, bei einem Konzert der Grateful Dead im Deer Creek Amphitheatre in Indiana eine Unze Cannabis, das unter dem Namen Dog Bud gehandelt wurde. Verkäufer waren zwei Personen, die als Joe Brand und P-Bud auftraten.

In einer späteren Lieferung fanden sich dreizehn Samen. Aus diesen dreizehn Samen gingen die Pflanzen hervor, die später als Chem 91, Chem's Sister und weitere Ausprägungen bekannt wurden. Der Name entstand aus der Verbindung der beiden Bezeichnungen Chem und Dog Bud, später wurde daraus in der Verbreitung Chemdawg.

Woher Dog Bud selbst stammte, ist bis heute unbekannt. Der ursprüngliche Züchter wurde nie identifiziert, und die Pflanze existiert nach Angaben der Beteiligten nicht mehr. Damit endet die Rückverfolgung an dieser Stelle.

Was belegt ist und was nicht. Die Geschichte der dreizehn Samen von 1991 wird von den Beteiligten übereinstimmend geschildert und gilt als die belastbarste Entstehungsgeschichte einer modernen Sorte überhaupt. Die Abstammung des Ausgangsmaterials Dog Bud ist dagegen vollständig ungeklärt. Angaben, die Chemdawg auf bestimmte Landrassen zurückführen, sind Vermutungen.

// IM ANBAU

Chemdawg ist keine Anfängersorte. Sie wächst sparrig und ungleichmäßig, mit großen Abständen zwischen den Nodien, und braucht Training, um eine brauchbare Form zu bekommen. Der Stretch nach dem Umschalten ist ausgeprägt.

Hinzu kommt eine gewisse Empfindlichkeit bei der Nährstoffversorgung. Die Linie reagiert schneller auf zu hohe EC-Werte als robustere Sorten, weshalb eine vorsichtige Dosierung angebracht ist.

Der Geruch gehört zu den durchdringendsten überhaupt und ist chemisch statt blumig, also schwer als etwas anderes zu erklären. Ein leistungsfähiger Aktivkohlefilter ist Pflicht.

// WAS DARAUS WURDE

Hier liegt die eigentliche Bedeutung der Sorte. Sour Diesel stammt aus dem Chemdawg-Umfeld, und auch für OG Kush gilt die Ableitung aus einer Chem-91-Linie als die plausibelste Erklärung. Über OG Kush wiederum führt der Weg zu Girl Scout Cookies und von dort in hunderte moderne Sorten.

Anders gesagt: Ein erheblicher Teil des heutigen amerikanischen Sortenangebots lässt sich auf dreizehn Samen aus dem Jahr 1991 zurückführen, deren Herkunft niemand kennt.

// HÄUFIGE FRAGEN

Wie ist Chemdawg entstanden?

Aus dreizehn Samen, die sich in einer Lieferung des als Dog Bud gehandelten Cannabis fanden. Gekauft wurde das Ausgangsmaterial im Juni 1991 bei einem Grateful-Dead-Konzert im Deer Creek Amphitheatre in Indiana. Aus diesen Samen gingen Chem 91 und die weiteren Ausprägungen der Linie hervor.

Was ist die Abstammung von Chemdawg?

Sie ist ungeklärt. Der ursprüngliche Züchter von Dog Bud wurde nie identifiziert und die Pflanze existiert nach Angaben der Beteiligten nicht mehr. Alle Angaben, die Chemdawg auf bestimmte Landrassen zurückführen, sind Vermutungen.

Welche bekannten Sorten stammen von Chemdawg ab?

Sour Diesel stammt aus dem Chemdawg-Umfeld, und für OG Kush gilt die Ableitung aus einer Chem-91-Linie als plausibelste Erklärung. Über OG Kush führt der Weg weiter zu Girl Scout Cookies und von dort in hunderte moderne Sorten.

Zu den Angaben: Blütezeit, Wuchshöhe und Aroma sind Richtwerte. Sie schwanken erheblich zwischen einzelnen Phänotypen, zwischen Saatgutbanken und je nach Anbaubedingungen. Zur Wirkung machen wir bewusst keine Angaben, weil sie sich nicht aus der Sortenbezeichnung ableiten lässt. Warum das so ist, steht im Artikel zu Genetik.

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