| Typ | Hybride, sativabetont |
|---|---|
| Herkunft | Ostküste der Vereinigten Staaten, frühe bis mittlere 1990er Jahre |
| Abstammung | Umstritten, aus dem Chemdawg-Umfeld, häufig genannt sind Skunk- und Northern-Lights-Anteile |
| Blütezeit | Etwa 10 bis 11 Wochen |
| Wuchs | Sehr hoch, schlank, große Abstände zwischen den Nodien, ausgeprägter Stretch |
| Aroma | Scharf sauer, Treibstoff, Zitrone, sehr durchdringend |
| Anspruch | Hoch, braucht Höhe, Zeit und starke Filterung |
Sour Diesel entstand in den 1990er Jahren an der US-Ostküste und wurde dort zu dem, was OG Kush für Kalifornien ist. Ihr Aroma, scharf sauer und unverkennbar nach Treibstoff, hat eine ganze Geschmacksrichtung begründet.
// HERKUNFT UND GESCHICHTE
Die Entstehung ist weniger sauber dokumentiert als bei Chemdawg, aus dessen Umfeld sie stammt. Die gängigen Darstellungen nennen Chemdawg-Anteile in Kombination mit Skunk- und Northern-Lights-Linien, weichen im Detail aber voneinander ab.
Gemeinsam ist allen Versionen der Bezugspunkt: Die Linie entwickelte sich in dem Netzwerk von Growern, das sich in den frühen 1990er Jahren um das Chem-Material gebildet hatte. Der Zusatz Diesel bezeichnete dabei zunächst schlicht das auffällige Aroma und wurde später zum Gattungsbegriff.
// IM ANBAU
Sour Diesel ist eine Sorte für Grower mit Platz und Geduld. Sie gehört zu den am stärksten streckenden Linien überhaupt und kann sich nach dem Umschalten auf 12/12 verdreifachen. In einem üblichen Zelt geht das nur mit ScrOG oder frühem, konsequentem LST.
Dazu kommt die lange Blütezeit von zehn bis elf Wochen. Rechnet man Vegetation, Blüte, Trocknung und Curing zusammen, ist man schnell bei einem halben Jahr.
Das größte praktische Problem ist aber der Geruch. Er ist chemisch-sauer, außergewöhnlich intensiv und setzt früh ein. Ein knapp dimensionierter Aktivkohlefilter reicht bei dieser Sorte nicht, und im Mehrfamilienhaus wird sie schnell zum Thema. Wie viel Leistung nötig ist, rechnet der Abluft-Rechner aus, und was mietrechtlich gilt, steht unter Cannabis in der Mietwohnung.
// WAS DARAUS WURDE
Sour Diesel begründete die gesamte Diesel-Familie. Sour OG, NYC Diesel, Chocolate Diesel und viele weitere greifen den Namen auf. Über Chocolate Diesel führt eine direkte Linie zu Gorilla Glue #4.
Zusammen mit OG Kush markiert sie den Punkt, an dem sich der amerikanische Sortenmarkt vom europäischen löste. Während in Europa Skunk- und Haze-Linien dominierten, entstand in den USA aus dem Chem-Umfeld eine eigene Zuchttradition.
// HÄUFIGE FRAGEN
Woher kommt der Diesel-Geruch?
Aus dem Terpenprofil der Linie, das sich deutlich von den süßlich-erdigen Skunk- und Haze-Sorten unterscheidet. Der Begriff Diesel bezeichnete zunächst nur dieses auffällige Aroma und wurde später zum Gattungsnamen für eine ganze Sortenfamilie.
Wie hoch wird Sour Diesel?
Sehr hoch. Sie gehört zu den am stärksten streckenden Sorten und kann sich nach dem Umschalten auf 12/12 verdreifachen. In einem üblichen Zelt ist sie nur mit ScrOG oder frühem, konsequentem LST zu führen.
Ist Sour Diesel diskret anzubauen?
Kaum. Der Geruch ist chemisch-sauer, außergewöhnlich intensiv und setzt früh in der Blüte ein. Ein knapp dimensionierter Aktivkohlefilter genügt nicht. Wer im Mehrfamilienhaus anbaut, sollte das bei der Sortenwahl berücksichtigen.
Zu den Angaben: Blütezeit, Wuchshöhe und Aroma sind Richtwerte. Sie schwanken erheblich zwischen einzelnen Phänotypen, zwischen Saatgutbanken und je nach Anbaubedingungen. Zur Wirkung machen wir bewusst keine Angaben, weil sie sich nicht aus der Sortenbezeichnung ableiten lässt. Warum das so ist, steht im Artikel zu Genetik.