| Typ | Stabilisierte Hybride, ausgewogen |
|---|---|
| Herkunft | Niederlande, erstmals 1994 im Handel |
| Abstammung | Brasilianische Sativa × südindische Indica aus der Region Kerala |
| Blütezeit | Etwa 8 bis 10 Wochen |
| Wuchs | Mittelhoch, kompakt verzweigt, sehr dichte Harzbildung an Blüten und Blättern |
| Aroma | Würzig, erdig, leicht holzig, mit scharfer Spitze |
| Anspruch | Gering bis mittel, sehr ertragssicher |
White Widow kam 1994 in den Niederlanden auf den Markt und gewann 1995 ihren ersten Cannabis Cup. Namensgebend war die außergewöhnlich dichte Schicht aus Trichomen, die Blüten und angrenzende Blätter wie mit Reif überzogen erscheinen lässt.
// HERKUNFT UND GESCHICHTE
Die Abstammung wird meist mit einer brasilianischen Sativa als Mutter und einem südindischen Indica-Vater aus der Region Kerala angegeben. Diese Kombination erklärt sowohl die ausgewogene Wuchsform als auch die ungewöhnliche Harzleistung.
Vermarktet wurde die Sorte zuerst über Green House Seeds. Die Urheberschaft ist bis heute umstritten. Am detailliertesten und am häufigsten genannt ist die Darstellung von Shantibaba, der die Sorte während seiner Zeit bei Green House gezüchtet haben will. Arjan von Green House vertritt eine Gegendarstellung. Daneben existiert die Schilderung eines niederländischen Growers namens Ingemar, der die Ausgangssamen in importiertem Haschisch gefunden und die Linie über Jahre selbst aufgebaut haben will.
1998 verließ Shantibaba Green House und gründete gemeinsam mit Howard Marks und Nevil Schoenmakers die Mr. Nice Seedbank. Seine Linie führt er seither unter dem Namen Black Widow, während der Name White Widow bei Green House blieb.
Wer sie gezüchtet hat, ist nicht abschließend geklärt. Es stehen sich mindestens drei Darstellungen gegenüber, die sich gegenseitig widersprechen. Belastbare Dokumente aus der Entstehungszeit gibt es nicht. Wir geben die Versionen deshalb als das wieder, was sie sind: konkurrierende Schilderungen der Beteiligten, nicht ein gesicherter Ablauf.
// IM ANBAU
White Widow ist im Anbau erfreulich gutmütig. Sie bleibt mittelhoch, verzweigt gleichmäßig und liefert verlässlich Ertrag, ohne besondere Ansprüche an die Nährstoffversorgung zu stellen. Damit eignet sie sich auch für einen zweiten oder dritten Durchgang, wenn die Grundlagen sitzen.
Die starke Harzbildung hat eine praktische Folge: Beim Trimmen bleibt außergewöhnlich viel an Schere und Händen hängen, und das Schnittmaterial ist entsprechend wertvoll. Wer es aufhebt, hat mehr davon als bei den meisten anderen Sorten.
Die Blüten werden dicht, weshalb in der Spätblüte auf Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung zu achten ist.
// WAS DARAUS WURDE
White Widow begründete eine ganze Namensfamilie. White Russian, White Rhino und zahlreiche weitere Sorten mit White im Namen gehen auf sie zurück oder nutzen den Begriff als Hinweis auf ähnlich starke Harzbildung. White Russian etwa entstand aus White Widow und AK-47.
Wie bei Kush gilt auch hier: Der Namensbestandteil ist nicht geschützt und sagt für sich genommen nichts über die tatsächliche Abstammung aus.
// HÄUFIGE FRAGEN
Wer hat White Widow gezüchtet?
Das ist bis heute umstritten. Shantibaba hat die detaillierteste Darstellung geliefert und nennt eine brasilianische Sativa und einen südindischen Indica-Vater. Arjan von Green House widerspricht, und ein niederländischer Grower namens Ingemar beansprucht die Linie ebenfalls für sich. Belastbare Dokumente aus der Entstehungszeit fehlen.
Woher kommt der Name White Widow?
Von der außergewöhnlich dichten Trichomschicht, die Blüten und angrenzende Blätter wie mit weißem Reif überzogen erscheinen lässt. Der Begriff White wurde daraufhin von vielen weiteren Sorten übernommen.
Was ist der Unterschied zwischen White Widow und Black Widow?
Es sind im Kern dieselbe Linie unter zwei Namen. Als Shantibaba 1998 Green House verließ und Mr. Nice mitgründete, nahm er seine Version unter dem Namen Black Widow mit, während der Name White Widow bei Green House blieb.
Zu den Angaben: Blütezeit, Wuchshöhe und Aroma sind Richtwerte. Sie schwanken erheblich zwischen einzelnen Phänotypen, zwischen Saatgutbanken und je nach Anbaubedingungen. Zur Wirkung machen wir bewusst keine Angaben, weil sie sich nicht aus der Sortenbezeichnung ableiten lässt. Warum das so ist, steht im Artikel zu Genetik.