Die Genetik einer Cannabispflanze bestimmt fast alles: wie sie aussieht, wie sie wächst, wann sie blüht, wie sie riecht und welche Wirkung sie entfaltet. Für den Homegrow ist es wichtig zu verstehen, was hinter den Begriffen Indica, Sativa, Ruderalis und Hybride steckt.
// CANNABIS INDICA
Indica-Pflanzen stammen ursprünglich aus dem Hindu-Kush-Gebirge (Afghanistan, Pakistan, Nordindien). Sie sind an kurze Sommer mit großen Temperaturunterschieden angepasst.
- Wuchs: Kompakt, buschig, breite Blätter
- Höhe: Meist 60–120 cm
- Blütezeit: 7–9 Wochen
- Harz: Oft sehr harzig, dicke Buds
- Wirkung: Entspannend, körperbetont (klassisch „Couch-Lock")
- Ideal für: Kleine Growboxen, kurze Saisons
// CANNABIS SATIVA
Sativa-Pflanzen kommen aus tropischen und subtropischen Regionen (Südamerika, Afrika, Südostasien). Dort gibt es wenig saisonale Variation, weshalb Sativas lange Wachstumszeiten entwickelt haben.
- Wuchs: Groß, schlank, schmale Blätter
- Höhe: Kann 2–4 Meter erreichen
- Blütezeit: 10–16 Wochen
- Buds: Locker, luftig, langgestreckt
- Wirkung: Aufmunternd, kreativ, zerebraler Effekt
- Ideal für: Outdoor, große Räume, erfahrene Grower
Hinweis: Die strikte Trennung in Indica-Wirkung und Sativa-Wirkung ist wissenschaftlich vereinfacht. Tatsächlich bestimmen die Terpene und Cannabinoide die Wirkung mehr als die botanische Klassifizierung.
// CANNABIS RUDERALIS
Cannabis Ruderalis ist eine Wildform aus Sibirien, Zentralasien und Osteuropa. Für sich allein ist sie wenig interessant: niedrig, wenig Harz, kaum Wirkung. Ihre Superkraft: Sie blüht autoflowering, also unabhängig vom Lichtzyklus. Dieses Gen wurde durch Kreuzungen in moderne Hochleistungssorten eingebracht und ist die Grundlage aller Autoflower-Genetiken.
// HYBRIDE
Nahezu alle modernen Cannabissorten sind Hybride, also Kreuzungen aus verschiedenen Genetiken. Saatgutbanken arbeiten seit Jahrzehnten daran, die besten Eigenschaften zu kombinieren: die Kompaktheit von Indica mit der Wirkung einer Sativa, oder die Schnelligkeit eines Autoflowers mit dem Ertrag einer photoperiodischen Sorte.
Typische Beschreibungen wie „70% Indica / 30% Sativa" geben eine grobe Orientierung über Wuchs und Wirkungsprofil.
// GENETIK UND PHÄNOTYP
Zwei Samen aus derselben Tüte können sehr unterschiedlich aufwachsen. Das nennt man Phänotyp-Variation. Wer eine Lieblingssorte gefunden hat, sichert den besten Phänotyp durch Klonnahme (Stecklinge).