Mehltau ist eine pilzliche Erkrankung der Cannabispflanze und einer der häufigsten Krankheitserreger im Indoor- und Outdoor-Grow. Es gibt zwei grundlegend unterschiedliche Arten: Echter Mehltau und Falscher Mehltau. Trotz des ähnlichen Namens sind sie verschiedene Pilze mit unterschiedlichen Ursachen, Symptomen und Behandlungsmethoden. Eine falsche Diagnose führt daher zu falscher Behandlung.
// ECHTER MEHLTAU (ERYSIPHACEAE)
Echter Mehltau ist ein Oberflächenpilz. Er wächst auf der Blattoberseite und bildet einen charakteristischen weißen, mehligen Belag, der sich leicht abwischen lässt. Echter Mehltau bevorzugt warme Temperaturen (18–28°C) und hohe Luftfeuchtigkeit über 60%, kann sich aber auch bei niedrigerer Feuchte entwickeln, wenn die Luftzirkulation schlecht ist.
Symptome Echter Mehltau
- Weißliche, mehlförmige Flecken auf der Blattoberseite
- Belag lässt sich mit dem Finger abwischen
- Beginnt oft an älteren Blättern, breitet sich auf junge Triebe aus
- Betroffene Blätter vergilben und sterben bei starkem Befall ab
Behandlung Echter Mehltau
- Backpulver-Lösung: 5 g Backpulver in 1 Liter Wasser mit einigen Tropfen Rapsöl als Emulgator. Als Blattspray aufbringen, verändert den pH auf der Blattoberfläche und hemmt das Pilzwachstum.
- Kaliumbicarbonat: Wirkt ähnlich wie Backpulver, aber effektiver. Im Handel als Fungi-Fighter oder ähnlich erhältlich.
- Neem-Öl: Hemmt die Sporenkeimung und das Myzelwachstum. Als Blattspray in der Vegetationsphase einsetzen.
- Schwefel-Fungizide: Sehr wirksam, aber nicht in der Blüte und nicht bei über 32°C anwenden.
// FALSCHER MEHLTAU (PERONOSPORA CANNABIS)
Falscher Mehltau ist ein Oomyzet (früher als Pilz klassifiziert) und befällt das Innere des Pflanzengewebes. Er wächst nicht auf der Oberfläche, sondern im Blattinneren. Auf der Blattoberseite zeigen sich gelbliche Flecken, auf der Unterseite ein grau-violetter, watteartiger Belag. Falscher Mehltau entsteht bevorzugt bei hoher Luftfeuchtigkeit und kühlen Temperaturen (12–20°C).
Symptome Falscher Mehltau
- Gelbliche, unscharf begrenzte Flecken auf der Blattoberseite
- Grau-violetter, sporenbildender Belag auf der Blattunterseite
- Belag lässt sich nicht einfach abwischen
- Befallene Blätter sterben schnell ab
Behandlung Falscher Mehltau
- Kupferpräparate: Kupferoktanoat oder Kupferhydroxid hemmen die Ausbreitung. Für organischen Anbau zugelassen.
- Phosphonsäure: Stärkt die Pflanzenabwehr und wirkt direkt gegen Oomyzeten.
- Befallene Blätter sofort entfernen: Abschneiden und aus dem Growraum entfernen, nicht kompostieren.
Unterschied auf einen Blick: Echter Mehltau sitzt oben auf dem Blatt und ist weiß. Falscher Mehltau sitzt unten am Blatt und ist grau-violett. Die Blattoberseite zeigt bei falschem Mehltau gelbe Flecken statt weißem Belag.
// PRÄVENTION FÜR BEIDE ARTEN
- VPD und Luftfeuchtigkeit im Zielbereich halten (unter 60% in der Blüte)
- Gute Luftzirkulation durch Ventilatoren sicherstellen, keine stagnierende Luft
- Defoliation in der Blüte verbessert die Luftzirkulation im Baldachin
- Befallene Blätter sofort entfernen, bevor Sporen sich verbreiten
- Temperatur nachts nicht zu stark abfallen lassen (Kondensation)