Trauermücken (Sciaridae) sind kleine, dunkle Fliegen, die sich hauptsächlich in feuchtem Substrat vermehren. Die erwachsenen Fliegen sind zwar lästig, aber harmlos. Das eigentliche Problem sind ihre Larven, die sich im Substrat entwickeln und dabei Wurzeln anfressen. Geschwächte oder junge Pflanzen können an starkem Larvenbefall ernsthaft Schaden nehmen. Trauermücken sind im Indoor-Grow sehr häufig, besonders wenn zu viel und zu oft gegossen wird.
// WIE TRAUERMÜCKEN ENTSTEHEN
Trauermücken legen ihre Eier in die oberste Erdschicht. Die Larven ernähren sich von organischem Material und Wurzeln. Der Entwicklungszyklus von Ei zu erwachsener Mücke dauert bei Raumtemperatur etwa 3 Wochen. Da ein Weibchen bis zu 200 Eier legt, können sich Populationen schnell aufbauen. Dauerhaft feuchtes Substrat an der Oberfläche ist die Hauptursache für Trauermückenbefall.
Faustregel: Trauermücken mögen feuchte Erde. Wer seltener gießt und die Oberfläche zwischen den Güssen gut abtrocknen lässt (2–3 cm Tiefe trocken), entzieht den Larven ihre Lebensgrundlage.
// SYMPTOME UND DIAGNOSE
- Kleine, dunkle Fliegen (2–4 mm) auf der Erdoberfläche oder an Pflanzen
- Fliegen sitzen häufig auf feuchter Erde oder dem Topfrand
- Bei starkem Befall: Wachstumsstillstand, Welke trotz feuchtem Substrat (Larvenfraß an Wurzeln)
- Gelbtafeln in Topfnähe fangen erwachsene Tiere und machen Befall sichtbar
// BEKÄMPFUNG
Nematoden (Steinernema feltiae)
Die effektivste biologische Methode gegen Trauermückenlarven. Steinernema feltiae sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die gezielt Larven im Substrat befallen und abtöten. Sie werden mit Wasser ins Substrat gegossen und sind für Pflanzen, Menschen und Tiere vollkommen harmlos. 1–2 Anwendungen im Abstand von 2 Wochen reichen meist aus. Im Kühlschrank für kurze Zeit lagerbar.
Bacillus thuringiensis var. israelensis (Bti)
Ein natürlich vorkommendes Bodenbakterium, das Larven tötet. Als Granulat oder Flüssigkeit ins Substrat einarbeiten oder aufgießen. Handelsüblich z.B. als "Gnatrol" oder in Mosquito Dunks. Sehr sicher und effektiv, besonders in Kombination mit Nematoden.
Gelbtafeln
Fangen die adulten Fliegen und unterbrechen damit den Reproduktionszyklus. Allein reichen Gelbtafeln nicht aus, da die Larven im Boden unbehelligt weiterleben. Als Ergänzung zu Nematoden oder Bti aber sinnvoll.
Kieselgur (Diatomaceous Earth)
Getrocknete Schalen von Kieselalgen, die auf die Erdoberfläche gestreut werden. Verletzt die Außenhülle der Larven mechanisch und tötet sie durch Austrocknung. Funktioniert gut als ergänzende Maßnahme. Nur an der Oberfläche einsetzen, nicht tief ins Substrat einarbeiten.
// PRÄVENTION
- Gießrhythmus anpassen: Erst gießen wenn die Erde 2–3 cm tief trocken ist
- Substrat mit Perlit: Höherer Perlitanteil verbessert die Drainage und trocknet die Oberfläche schneller
- Hydroponik oder Kokos: In inerten Medien haben Trauermücken kaum organisches Material zum Fressen
- Gelbtafeln dauerhaft aufhängen: Frühwarnsystem für neue Befälle
- Keine frische Gartenerde: Immer sterilisierte Blumenerde oder spezielles Cannabis-Substrat verwenden