Die Trocknung ist der erste und kritischste Schritt nach der Ernte. Frisch geerntetes Cannabis enthält 75–80% Wasser. Dieses Wasser muss kontrolliert und langsam entfernt werden, bevor das Material gelagert oder gecurt werden kann. Zu schnelle Trocknung zerstört Terpene und führt zu rauem, unangenehmem Rauch. Zu langsame Trocknung bei hoher Luftfeuchtigkeit fördert Schimmel.
// OPTIMALE TROCKNUNGSBEDINGUNGEN
- Temperatur: 15–20°C. Kühlere Temperaturen verlangsamen die Trocknung, schonen aber Terpene.
- Luftfeuchtigkeit: 50–60% relative Luftfeuchtigkeit. Nicht unter 45% (zu schnell, Terpenverlust), nicht über 65% (Schimmelrisiko).
- Luftzirkulation: Leichte, indirekte Luftbewegung. Kein direkter Ventilatorstrahl auf die Buds.
- Dunkelheit: UV-Licht baut THC und Terpene ab. Trocknungsraum muss dunkel sein.
- Dauer: 7–14 Tage bei optimalen Bedingungen. Schneller ist schlechter.
Goldene Regel: Langsam trocknen bei kühlen Temperaturen erhält mehr Terpene und produziert sanfteren, aromatischeren Rauch als schnelles Trocknen bei Wärme.
// METHODEN: HÄNGEND VS. LIEGEND
Die klassische Methode ist das Hängen: Ganze Äste oder einzelne Buds werden kopfüber an einem Seil aufgehängt. Luft kann von allen Seiten zirkulieren. Buds behalten ihre Form besser. Wer nicht viel Platz hat, legt Buds auf Trockennetze (Mesh-Racks). Diese lassen Luft von unten durch, die Buds müssen aber alle 1–2 Tage gewendet werden, damit die Unterseite nicht feucht bleibt.
// WANN IST DIE TROCKNUNG FERTIG?
Der Trocknungsgrad lässt sich einfach testen:
- Dünne Äste (Bleistiftdicke) sollten beim Biegen hörbar knacken, nicht biegen
- Die äußere Schicht der Buds fühlt sich trocken an, das Innere ist noch leicht federnd
- Der Geruch ist intensiv und aromatisch, nicht mehr nach frischem Gras oder Heu
Wenn dünne Äste noch biegen ohne zu brechen, brauchen die Buds noch Zeit. Wer zu früh in die Curing-Gläser füllt, riskiert Schimmel.
// HÄUFIGE FEHLER
- Zu hohe Temperatur: Beschleunigt die Trocknung, aber Terpene verdampfen ab ca. 21°C deutlich schneller
- Direkter Ventilator auf die Buds: Außen trocken, innen noch feucht. Ungleichmäßige Trocknung.
- Zu dicht aufgehängt: Keine Luftzirkulation zwischen den Ästen, Schimmelgefahr
- Licht im Trocknungsraum: THC- und Terpenabbau durch UV
// NACH DER TROCKNUNG: TRIMMEN UND CURING
Nach der Trocknung werden die Buds getrimmt (Zuckerlätter entfernt) und dann in luftdichte Glasgefäße zum Curing gefüllt. Die Reihenfolge Trocknung, Trimmen, Curing ist der Standard für höchste Qualität.