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Das Cannabis Grow‑Lexikon

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Living Soil

NÄHRSTOFFEORGANISCHTRENDFORTGESCHRITTEN

Living Soil (lebende Erde) ist eine Anbaumethode, die auf einem aktiven, lebendigen Bodenmikrobiom aufbaut, anstatt Pflanzen direkt mit löslichen Nährstoffen zu versorgen. Das Konzept stammt aus dem organischen Ackerbau und der Permakultur und erlebt im Cannabisanbau seit einigen Jahren einen enormen Trend. Der Grundgedanke: Man pflegt das Bodenleben, und das Bodenleben versorgt die Pflanze. Statt die Pflanze zu düngen, füttert man den Boden.

// WIE LIVING SOIL FUNKTIONIERT

Ein gesundes Bodenmikrobiom besteht aus Milliarden von Mikroorganismen: Bakterien, Pilzen, Protozoen, Fadenwürmern und kleinen Bodentieren. Diese Organismen zersetzen organisches Material (Kompost, Mulch, Pflanzenreste) und machen dabei gebundene Nährstoffe für die Pflanze verfügbar. Mykorrhiza-Pilze bilden ein Netzwerk mit den Wurzeln und vergrößern die Aufnahmefläche für Wasser und Phosphor um ein Vielfaches. Im Gegenzug liefert die Pflanze den Mikroorganismen Zucker aus der Photosynthese (Rhizodeposition). Es ist eine symbiotische Gemeinschaft, kein einseitiges Füttern.

Kernprinzip: Im Living Soil gibt man der Pflanze keine löslichen Nährsalze, sondern organisches Material in den Boden. Die Mikroorganismen wandeln dieses Material in pflanzenaufnehmbare Nährstoffe um. Der pH-Wert reguliert sich dabei weitgehend selbst.

// VORTEILE VON LIVING SOIL

// NACHTEILE UND HERAUSFORDERUNGEN

// GRUNDREZEPT FÜR LIVING SOIL

Es gibt viele Rezepte. Ein bewährter Basisansatz besteht aus:

Das Substrat wird gemischt, befeuchtet und mindestens 2–4 Wochen abgedeckt gelagert, damit die Mikroorganismen sich vermehren und das organische Material vorfermentieren können.

// LIVING SOIL IM HOMEGROW: PRAKTISCH

Für kleine Homegrow-Setups mit 1–3 Pflanzen ist Living Soil sehr gut umsetzbar. Große Töpfe (20–50 Liter) bieten genug Volumen für ein stabiles Mikrobenleben. Mit Mulch (Stroh, Holzhäcksel, trockene Blätter) wird die Oberfläche abgedeckt, was Feuchtigkeit hält, Trauermücken abhält und das Bodenleben weiter nährt. Gegossen wird nur mit Wasser (möglichst ohne Chlor, also abgestanden oder gefiltert).