SCROG steht für Screen of Green. Bei dieser Technik wird ein horizontales Netz oder Gitter über den Pflanzen gespannt. Die aufstrebenden Triebe werden immer wieder durch die Netzmaschen geführt und horizontal ausgerichtet, bis das gesamte Netz gleichmäßig mit Trieben bedeckt ist. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiger, flacher Baldachin aus Blütenansätzen, der die Lichtfläche maximal ausnutzt.
// WARUM SCROG SO EFFEKTIV IST
Licht fällt von oben. Eine untrainierte Pflanze hat einen hohen Haupttrieb, der viel Licht bekommt, und viele kleine Seitentriebe tief unten, die kaum Licht erhalten. SCROG bringt alle Triebe auf dieselbe Höhe direkt unter die Lampe. Kein Trieb hat einen Lichtvorsprung vor einem anderen. Die gesamte Anbaufläche wird produktiv genutzt.
Grundregel für das Netz: Maschenweite 5×5 cm bis 10×10 cm. Netz ca. 20–30 cm über dem Topfrand spannen. Aus stabilem Nylonfaden, Juteband oder fertigem Growroom-Netz.
// SCROG SCHRITT FÜR SCHRITT
- Pflanze in der Vegetationsphase mit LST und/oder Topping vortrainieren
- Netz über den Pflanzen spannen, bevor die Triebe die Netzhöhe erreichen
- Aufstrebende Triebe durch Netzmaschen führen und horizontal ausrichten
- Jeden neuen Trieb, der durch das Netz wächst, in eine freie Masche lenken
- Weiter trainieren bis 70–80% des Netzes bedeckt sind
- Dann Blüte einleiten (Lichtwechsel auf 12/12)
- In den ersten 2–3 Wochen der Blüte (Stretch) noch weiter in das Netz einweben
// SCROG MIT EINER PFLANZE VS. MEHREREN
SCROG funktioniert mit einer einzelnen, intensiv trainierten Pflanze genauso gut wie mit mehreren kleineren. Eine große Pflanze hat den Vorteil einfacherer Gesetzlage (weniger Pflanzen), mehrere kleinere Pflanzen füllen das Netz schneller. In einem 120×120-cm-Zelt reichen oft 1–2 gut trainierte Pflanzen, um das Netz vollständig zu bedecken.
// LOLLIPOPPING BEIM SCROG
Sobald das Netz bedeckt ist und die Blüte beginnt, werden alle Triebe unterhalb des Netzes entfernt. Das nennt man Lollipopping. Diese unteren Triebe erhalten kaum Licht und würden nur Energie verbrauchen, ohne nennenswerte Buds zu produzieren. Die gesamte Energie der Pflanze fließt so in die Kolas oberhalb des Netzes.
// NACHTEILE UND HERAUSFORDERUNGEN
- Pflanzen nach dem Einweben schwer zugänglich für Inspektion und Pflege
- Schädlinge oder Probleme unter dem Netz werden spät entdeckt
- Netz muss bei der Ernte entfernt werden, was aufwändig sein kann
- Nicht ideal für sehr kleine Growräume mit wenig Höhe