Stigmen (auch Pistillen genannt) sind die feinen, haarähnlichen Strukturen, die aus den Blütenkelchen der Cannabisblüte herausragen. Umgangssprachlich werden sie oft einfach als „Blütehaare" oder „Haare" bezeichnet. Sie sind biologisch der weibliche Teil der Blüte und dienen der Bestäubung. Gleichzeitig sind sie ein praktischer Indikator für die Erntereife.
// BIOLOGISCHE FUNKTION
Cannabis ist eine zweihäusige Pflanze, das bedeutet: es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Weibliche Pflanzen bilden Blüten mit Stigmen, um Pollen von männlichen Pflanzen einzufangen. Ein befruchtetes Stigma zieht sich zurück und die Pflanze bildet einen Samen. Im unbestäubten Zustand (Sinsemilla-Anbau) bleiben die Stigmen aktiv und die Pflanze produziert immer mehr Harz.
Sinsemilla: Spanisch für „ohne Samen". Der unbestäubte Anbau weiblicher Pflanzen ist Ziel jedes Homegrowers, da samenlose Blüten deutlich mehr Wirkstoffe enthalten.
// STIGMEN ALS REIFEINDIKATOR
Die Farbe der Stigmen verändert sich im Verlauf der Blüte und gibt Hinweise auf die Reife. Allerdings sind Stigmen allein kein zuverlässiger Erntereife-Indikator. Dafür solltest du zusätzlich die Trichome beobachten.
- Weiß: Frisch, aktiv, Pflanze ist noch in der Entwicklung
- Orange / Rotbraun: Stigmen reifen aus und ziehen sich zurück
- 80–90% orange/braun: Oft ein Zeichen nahender Erntereife, aber immer mit Trichomen bestätigen
// STIGMEN VS. TRICHOME: ERNTEREIFE BESTIMMEN
Viele Einsteiger versuchen die Erntereife ausschließlich an den Stigmen abzulesen. Das ist eine grobe Orientierung, aber nicht präzise genug. Faktoren wie Genetik, Sorte und Stressereignisse beeinflussen die Stigmenfarbe unabhängig vom tatsächlichen Reifegrad. Die Trichomfarbe unter der Lupe ist die verlässlichere Methode.
// STIGMEN UND BESTÄUBUNG ERKENNEN
Wenn doch eine männliche Pflanze oder ein Zwitter im Growraum ist und Pollen freisetzt, erkennt man eine Bestäubung daran, dass sich die Stigmen sehr schnell verfärben und zurückziehen. An der betroffenen Stelle beginnt die Pflanze, Samen auszubilden. Einzelne bestäubte Blüten schmälern nicht den gesamten Grow. Eine vollständig bestäubte Pflanze aber bildet kaum noch Harz.
// ANATOMIE DES BLÜTENKELCHS
Aus jedem Blütenkelch (Calyx) ragen zwei Stigmen heraus. Der Blütenkelch selbst ist der harzigste Teil der Blüte und enthält die meisten Trichome. Im Laufe der Blüte stapeln sich viele Kelche übereinander. So bildet sich der Bud. Jeder dieser Kelche hatte ursprünglich seine eigenen Stigmen.