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Das Cannabis Grow‑Lexikon

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Thripse

SCHÄDLINGDIAGNOSEBEKÄMPFUNG

Thripse (Thysanoptera) sind schlanke, winzige Insekten (1–2 mm), die Pflanzensäfte saugen und dabei typische silbrig-glänzende Fraßspuren auf Blättern hinterlassen. Die häufigste Art im Growroom ist Frankliniella occidentalis (Westlicher Blütenthrips). Thripse sind besonders tückisch, weil sie sich in Blüten verstecken und auch in der Ernte noch vorhanden sein können. Zudem übertragen sie Viren auf die Pflanze.

// SYMPTOME ERKENNEN

Verwechslungsgefahr: Thripse-Fraßspuren ähneln Spinnmilbenschäden. Der Unterschied: Thripse hinterlassen auch schwarze Kotkrümel auf den Blättern, Spinnmilben bilden Gespinste. Mit einer Lupe lassen sich beide klar unterscheiden.

// LEBENSZYKLUS UND WARUM BEKÄMPFUNG SCHWIERIG IST

Thripse legen ihre Eier direkt ins Pflanzengewebe, wo sie vor Kontaktmitteln geschützt sind. Die Puppen entwickeln sich im Substrat oder auf dem Boden. Das bedeutet: Ein Mittel, das nur adulte Thripse tötet, löst das Problem nicht nachhaltig. Eine wirksame Bekämpfung muss alle Stadien gleichzeitig adressieren: Larven und Adulte auf der Pflanze sowie Puppen im Boden.

// BEKÄMPFUNG

Raubmilben (Amblyseius cucumeris, Amblyseius swirskii)

Amblyseius cucumeris frisst Thripselarven im ersten Larvenstadium und ist die erste Wahl für die biologische Bekämpfung. Amblyseius swirskii hat ein breiteres Beutespektrum und wirkt auch gegen Weißmücken. Beide werden als Tüten oder Streudosen auf Blätter und Substratoberfläche aufgebracht.

Neem-Öl und Pyrethrin

Neem-Öl stört die Häutung und Reproduktion der Thripse. Pyrethrin (natürlich aus Chrysanthemen gewonnen) tötet adulte Tiere schnell durch Kontakt. Beide sollten abends oder in der Dunkelphase angewendet werden, da Licht sie abbaut. Nur in der Vegetationsphase oder sehr frühen Blüte einsetzen.

Spinosad

Ein biologisches Insektizid auf Bakterienbasis (Saccharopolyspora spinosa), das besonders wirksam gegen Thripse ist. Wirkt als Kontakt- und Fraßgift. Für die organische Landwirtschaft zugelassen und weniger bienenschädlich als synthetische Insektizide. Wirksamkeit lässt bei wiederholtem Einsatz nach, deshalb mit anderen Mitteln wechseln.

// PRÄVENTION

In der Blüte: Thripse in den Blüten sind schwer zu bekämpfen ohne die Buds zu schädigen. Bei starkem Befall kurz vor der Ernte ist Qualitätsverlust kaum vermeidbar. Frühzeitige Prävention ist entscheidend.