CalMag ist die Kurzform für Kalzium (Ca) und Magnesium (Mg), zwei Nährstoffe, die im Cannabis-Grow häufig gemeinsam als Mangel auftreten. CalMag-Mangel gehört zu den häufigsten Problemen überhaupt, besonders unter starken LED-Lampen und bei Growern, die mit weichem Leitungswasser arbeiten. Viele Symptome, die Anfänger für Krankheiten halten, sind in Wirklichkeit ein CalMag-Mangel.
// WARUM CALMAG SO HÄUFIG FEHLT
- Weiches Wasser: Wasser mit niedriger Wasserhärte enthält wenig Kalzium und Magnesium. Wer mit sehr weichem Leitungswasser gießt, bringt kaum CalMag mit.
- Starke LED-Lampen: Hochleistungs-LEDs erzeugen intensive Lichtspektren, die den Magnesiumbedarf der Pflanze erhöhen. Pflanzen unter LEDs zeigen häufiger Magnesiummangel als unter HPS.
- Kokos als Substrat: Reines Kokos enthält naturbedingt wenig Kalzium und Magnesium und bindet diese Nährstoffe an Kationenaustauschern. Ohne CalMag-Supplementierung im Kokos-Grow entsteht fast immer ein Mangel.
- pH zu sauer: Bei pH-Werten unter 6,0 (Erde) oder unter 5,5 (Hydro/Kokos) wird die Aufnahme von Kalzium und Magnesium stark eingeschränkt.
CalMag als Basisergänzung: Wer mit weichem Wasser, in Kokos oder unter starken LEDs anbaut, sollte CalMag nicht erst bei sichtbaren Symptomen geben, sondern von Anfang an präventiv 1–2 ml/L zur Nährlösung hinzufügen.
// SYMPTOME KALZIUMMANGEL
- Braune oder rostfarbene Flecken auf jungen Blättern (immobiles Nährelement, daher oben)
- Blätter können sich verformen oder einrollen
- Neue Triebe wirken verkümmert oder gestauchter als normal
- Stängel können brüchig werden
// SYMPTOME MAGNESIUMMANGEL
- Interveinalchlorose: Blattadern bleiben grün, Blattflächen dazwischen werden gelb
- Beginnt an mittleren bis älteren Blättern (mobiles Nährelement, wandert aus alten in neue Blätter)
- Unter starken LEDs oft großflächiger und früher als unter HPS
- Kann mit Stickstoffmangel verwechselt werden, aber bei N-Mangel vergilbt das gesamte Blatt gleichmäßig
// BEHANDLUNG UND DOSIERUNG
CalMag-Supplemente sind Flüssigdünger mit einem ausgewogenen Verhältnis von Kalzium und Magnesium. Typische Dosierung: 1–3 ml pro Liter Nährlösung oder Gießwasser.
- Zuerst pH-Wert prüfen und korrigieren. Ohne richtigen pH nützt auch CalMag wenig.
- CalMag immer zuerst ins Wasser geben, bevor andere Dünger zugegeben werden (Ausfallungsschutz)
- Als Blattspray bei akutem Mangel: 1 ml/L CalMag in Wasser, auf Blattunterseiten sprühen (nur in der Veg oder frühen Blüte)
- Sichtbare Verbesserung an den bereits geschädigten Blättern tritt nicht ein. Neue Blätter zeigen, ob die Behandlung anschlägt.
// CALMAG IM KONTEXT DER GESAMTERNÄHRUNG
Kalzium und Magnesium stehen in Wechselwirkung mit anderen Nährstoffen. Zu viel Kalium verdrängt Magnesium, zu viel Magnesium verdrängt Kalzium. Ein ausgewogener NPK-Dünger in Kombination mit CalMag ist die Basis. Wer CalMag sehr hoch dosiert (über 5 ml/L), riskiert, andere Nährstoffe zu blockieren. Im Zweifel lieber mit niedriger Dosierung beginnen und langsam steigern.
// HÄUFIGE FRAGEN
Woran erkenne ich einen CalMag-Mangel?
Kalziummangel zeigt sich an jungen Blättern und Triebspitzen mit braunen, verkrüppelten Stellen. Magnesiummangel beginnt an älteren, unteren Blättern mit Aufhellung zwischen den Blattadern, während die Adern grün bleiben.
Warum tritt CalMag-Mangel bei Osmosewasser fast immer auf?
Weil die Umkehrosmose auch Kalzium und Magnesium entfernt. Das Wasser startet dann bei nahezu null, und beide Nährstoffe müssen vollständig über einen Zusatz zugeführt werden.
Kann ein CalMag-Mangel auch bei ausreichender Düngung auftreten?
Ja. Ist der pH-Wert im Substrat zu niedrig, werden Kalzium und Magnesium blockiert, obwohl sie vorhanden sind. Deshalb gehört vor jeder Dosiserhöhung die pH-Kontrolle.
Verwechslungsgefahr: CalMag-Mangel, pH-Probleme und Nährstofflockout erzeugen ähnliche Symptome. Immer zuerst pH und EC messen, bevor CalMag oder andere Supplemente zugegeben werden.