Das Growzelt (auch Growbox, Growkabine oder Grow Tent) ist die Grundlage des Indoor-Cannabis-Anbaus. Es schafft eine kontrollierbare, lichtdichte Umgebung, in der Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO₂-Gehalt und Lichtzufuhr präzise gesteuert werden können. Wer draußen oder in einem gewidmeten Raum anbaut, braucht kein Zelt, aber für die meisten Homegrower in Wohnungen oder Häusern ist das Growzelt die praktischste und effizienteste Lösung.
// GROWZELT VS. GROWBOX: WAS IST DER UNTERSCHIED?
Im deutschen Sprachgebrauch werden die Begriffe oft synonym verwendet. Technisch gesehen ist ein Growzelt ein faltbares Konstrukt aus einem Metallgestell und einer lichtdichten Textilhülle mit Reißverschlüssen. Eine Growbox ist in der Regel ein festeres, oft aus Holz oder Kunststoff gefertigtes Gehäuse. Für Einsteiger sind Growzelte die weitaus praktischere Wahl: günstiger, einfach auf- und abbaubar, in vielen Größen erhältlich.
// DIE RICHTIGE GRÖßE WÄHLEN
Die Größe des Growzelts bestimmt, wie viele Pflanzen man anbauen kann, welche Lampenleistung nötig ist und wie viel Abluft bewegt werden muss. Für den deutschen Homegrow mit maximal 3 Pflanzen nach dem CanG sind folgende Größen relevant:
- 60 × 60 × 120 cm: Ideal für 1 Pflanze. Sehr kompakt, passt in Schränke oder Ecken. Geeignet für Autoflower oder stark trainierte Pflanzen. Benötigt ca. 150–200 W LED.
- 80 × 80 × 160 cm: Gut für 1–2 Pflanzen. Guter Kompromiss aus Platzbedarf und Ertragspotenzial. Benötigt ca. 200–300 W LED.
- 100 × 100 × 200 cm: Für 2–3 Pflanzen. Standard für ambitionierte Homegrower. Gute Arbeitshöhe, ausreichend Platz für SCROG oder LST. Benötigt ca. 300–400 W LED.
- 120 × 120 × 200 cm: Der klassische "1-Meter-Grow". 2–4 Pflanzen mit voller Entfaltung. Benötigt ca. 400–600 W LED.
Faustregel Lampengröße: Pro m² Anbaufläche werden ca. 300–500 W LED-Leistung (echte Watt, nicht Äquivalenzwatt) benötigt. Ein 60×60-Zelt hat 0,36 m², ein 120×120-Zelt 1,44 m².
// WORAUF BEI DER QUALITÄT ACHTEN?
- Lichtdichtigkeit: Das A und O. Kein Lichtleck während der Dunkelphase, sonst riskiert man Stress und Hermaphroditismus. Reißverschlüsse mit doppelter Führung sind besser.
- Materialstärke: 600D Oxford-Stoff ist Standard. Dünnere Materialien reißen schneller und lassen eher Licht durch.
- Innenbeschichtung: Hochreflektives Mylar (silber) reflektiert bis zu 95% des Lichts und verbessert die Lichtausbeute deutlich.
- Gestell: Stabile Metallstangen mit ausreichend Tragkraft für Lampe, Filter und Lüfter. Mindestens 20 kg Traglast empfohlen.
- Öffnungen und Zugänge: Mehrere Öffnungen für Kabel, Schläuche und Steckverbindungen. Eine große Front-Öffnung für bequemen Zugang zu den Pflanzen.
// DAS GRUNDSETUP IM GROWZELT
Ein vollständig ausgestattetes Growzelt benötigt mindestens:
- Lampe: Vollspektrum-LED passend zur Zeltgröße
- Abluftanlage: Lüfter + Aktivkohlefilter für Geruchsschutz
- Umluftventilator: Für Luftzirkulation im Zelt (mehr dazu: Umluft)
- Hygrometer/Thermometer: Zur Klimaüberwachung (mehr dazu: Hygrometer)
- Timer: Für automatischen Lichtwechsel zwischen Veg und Blüte
- Töpfe und Substrat: Je nach Anbaumethode
// AUFBAU UND PLATZIERUNG
Das Growzelt sollte in einem Raum stehen, der nicht zu heiß wird. Dachböden im Sommer oder ungedämmte Garagen im Winter sind problematisch. Idealerweise in einem temperierten Raum mit stabiler Umgebungstemperatur (15–25°C). Das Zelt braucht Zugang zu Strom und idealerweise eine Möglichkeit, die Abluft nach außen zu führen oder zumindest in einen anderen Raum zu leiten.
// DISKRETION UND GERUCHSSCHUTZ
Ein Growzelt ist von außen nicht zu sehen, aber der Geruch kann es verraten. Ein korrekt dimensionierter Aktivkohlefilter ist Pflicht. Mehr zum Thema Geruchsschutz und rechtliche Pflichten im Artikel zur Sicht- und Geruchsbelästigung.