Lollipopping bezeichnet das gezielte Entfernen aller Untertriebe und kleinen Seitenäste im unteren Bereich der Pflanze, typischerweise beim Übergang in die Blüte. Der Name kommt vom Aussehen der Pflanze danach: ein langer, kahler Stängel mit einer buschigen Krone oben, wie ein Lolli am Stiel.
// WARUM LOLLIPOPPING SINNVOLL IST
Im unteren Bereich der Pflanze herrscht Lichtarmut. Triebe dort erhalten so wenig Licht, dass sie nie zu vollwertigen Kolas heranwachsen. Stattdessen bilden sie sogenannte Popcorn Buds: kleine, lockere, harzarme Blüten mit schlechtem Verhältnis von Blütenmasse zu Stängelanteilen. Diese Popcorn Buds verbrauchen aber Energie, die die Pflanze sonst in die oberen Hauptkolas investieren würde.
Lollipopping leitet diese Energie gezielt um. Die Pflanze konzentriert alle Ressourcen auf die Kolas im Lichtbereich. Das Ergebnis sind dichtere, schwerere, hochwertigere Buds oben.
Faustregel: Alles unterhalb der untersten 30–40% der Pflanzenhöhe entfernen. Was kein direktes Licht bekommt, fliegt raus.
// WANN LOLLIPOPPEN?
- Bester Zeitpunkt: Direkt beim Wechsel auf 12/12, oder in der ersten Woche der Blüte
- Nochmals in Woche 3–4 der Blüte: Kleine Triebe, die nachgewachsen sind, erneut entfernen
- Nicht nach Woche 5 der Blüte eingreifen: Zu viel Stress in der Reifephase
// WAS GENAU ENTFERNEN?
- Alle Triebe im unteren Drittel bis zur Hälfte der Pflanzenhöhe
- Kleine Seitenäste, die im Schatten von größeren Ästen stehen
- Winzige Triebe an den Hauptstängeln, die nie Licht bekommen werden
- Blätter, die komplett im Schatten liegen und zur Verdunkelung beitragen
// LOLLIPOPPING MIT SCROG
Beim SCROG ist Lollipopping Standard. Sobald das Netz bedeckt ist und die Blüte beginnt, werden alle Triebe unterhalb des Netzes vollständig entfernt. Das Netz wird zur Trennlinie: oben Kolas, unten nichts. Diese Kombination ist eine der effektivsten Methoden für maximalen Ertrag bei Indoor-Cannabis.
// ZU VIEL LOLLIPOPPING: WANN IST ES ZU AGGRESSIV?
Wer zu viel auf einmal entfernt, kann die Pflanze erheblich stressen. Als Richtwert gilt: Nie mehr als 30% der Blattmasse auf einmal entfernen. Lieber in zwei Durchgängen mit ein paar Tagen Abstand. Schwache oder kranke Pflanzen nicht lollipoppen, bis sie sich erholt haben.