Mainlining ist eine fortgeschrittene Trainingstechnik, bei der durch systematisches Topping und LST eine symmetrische Grundstruktur mit einer definierten Anzahl gleichwertiger Haupttriebe aufgebaut wird. Das Ziel ist ein sogenannter Manifold: ein zentraler Verteiler, von dem alle Triebe gleichmäßig abzweigen und exakt gleich viel Energie erhalten. Das Ergebnis sind 8, 16 oder mehr Kolas nahezu identischer Größe.
// DAS PRINZIP: GLEICHMÄSSIGE ENERGIEVERTEILUNG
Bei normalen Pflanzen fließt mehr Energie in den Haupttrieb als in die Seitenäste. Beim Mainlining wird diese Hierarchie vollständig aufgebrochen. Jeder Ast hat denselben Abstand zur Wurzel, dieselbe Anzahl an Verzweigungen, und damit exakt dieselbe Nährstoff- und Wasserversorgung. Alle Kolas entwickeln sich daher nahezu gleich groß.
Typisches Ergebnis: 8 Kolas nach 3 Topping-Runden. 16 Kolas nach 4 Runden. Je mehr Runden, desto mehr Vegetationszeit wird benötigt.
// MAINLINING SCHRITT FÜR SCHRITT
- Schritt 1: Pflanze hat 6+ Nodien. Beim 3. Nodium toppen. Alle Äste unterhalb des 3. Nodiums entfernen. Es bleiben exakt 2 Triebe übrig.
- Schritt 2: Die 2 neuen Triebe per LST waagerecht nach außen biegen und fixieren. Warten bis sie 3–4 Nodien haben.
- Schritt 3: Beide Triebe erneut toppen. Jetzt entstehen 4 Triebe. Alle Untertriebe entfernen, nur die 4 neuen Haupttriebe behalten.
- Schritt 4: Alle 4 Triebe wieder nach außen biegen. Erneut warten und ggf. ein drittes Mal toppen für 8 Triebe.
- Vor der Blüte: Alle Triebe befinden sich auf gleicher Höhe, gleichmäßig verteilt im Topf.
// ZEITAUFWAND UND VEGETATIONSZEIT
Mainlining ist zeitintensiv. Zwischen jeder Topping-Runde braucht die Pflanze mindestens 7–10 Tage Erholungszeit. Für einen vollständigen 8-Kola-Manifold sollte man mit mindestens 6–8 Wochen Vegetationszeit rechnen. Das macht Mainlining ausschließlich für photoperiodische Sorten geeignet.
// VORTEILE VON MAINLINING
- Sehr gleichmäßige Buds, kein dominanter Haupttrieb
- Optimale Lichtverteilung auf alle Kolas
- Gute Luftzirkulation durch offene Struktur
- Höherer Gesamtertrag als untrainierte Pflanzen
- Befriedigendes, kontrolliertes Wachstumsbild
// NACHTEILE
- Hoher Zeitaufwand in der Vegetationsphase
- Nicht für Autoflower geeignet
- Fehler in der Frühphase können die gesamte Struktur ruinieren
- Nicht ideal für sehr kleine Growzelte mit wenig Höhe