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Das Cannabis Grow‑Lexikon

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Mutterpflanze

GRUNDLAGENVERMEHRUNGFORTGESCHRITTEN

Eine Mutterpflanze ist eine weibliche Cannabispflanze, die dauerhaft in der Vegetationsphase gehalten wird, um regelmäßig Stecklinge zu liefern. Sie wird nie in die Blüte geschickt, sondern dient ausschließlich als genetische Quelle. Eine gute Mutterpflanze erlaubt es, eine besonders wertvolle Genetik über viele Jahre zu erhalten und beliebig viele genetisch identische Klone zu produzieren.

// WIE HÄLT MAN EINE MUTTERPFLANZE IN DER VEG?

Cannabis ist eine photoperiodische Pflanze. Sie blüht, wenn die Dunkelphase lang genug wird. Eine Mutterpflanze bleibt dauerhaft in der Vegetationsphase, indem man ihr 18 Stunden Licht pro Tag gibt (oder sogar 24 Stunden). Solange der Lichtzyklus über 13–14 Stunden Licht liegt, blüht die Pflanze nicht und bleibt im vegetativen Wachstum. Das macht sie theoretisch unsterblich, solange sie gesund bleibt.

Lichtrhythmus Mutterpflanze: 18/6 (18h Licht, 6h Dunkel) oder 20/4. Manche Grower nutzen sogar 24/0 für maximales Wachstum, was aber nicht für alle Genetiken ideal ist. 18/6 ist der bewährte Standard.

// WELCHE PFLANZE EIGNET SICH ALS MUTTERPFLANZE?

Die Mutterpflanze sollte die beste verfügbare Vertreterin ihrer Genetik sein. Wer aus Samen anbaut, zieht zunächst mehrere Pflanzen heran, evaluiert sie nach Wuchs, Aroma und Ertrag, und wählt dann die beste als Mutter aus. Dieser Prozess des Auswählens nennt man Phänotyp-Jagd. Eine einmal gefundene Traumgenetik kann dann über die Mutterpflanze dauerhaft erhalten werden.

// PFLEGE DER MUTTERPFLANZE

// WIE VIELE STECKLINGE KANN MAN NEHMEN?

Das hängt von der Größe der Mutterpflanze und dem Rückschnitt ab. Eine mittelgroße, gut gepflegte Mutterpflanze liefert alle 4–6 Wochen 5–20 Stecklinge. Nach jedem Stecklinge-Nehmen braucht die Pflanze 1–2 Wochen Erholung, bevor wieder genommen werden kann. Zu aggressives Nehmen schwächt die Mutterpflanze dauerhaft.

// WIE ALT KANN EINE MUTTERPFLANZE WERDEN?

Theoretisch unbegrenzt, praktisch verlieren viele Mutterpflanzen nach 1–3 Jahren an Vitalität. Die Stecklinge älterer Mütter können schwerer zu bewurzeln sein und zeigen manchmal verminderte Wuchskraft. Ein verbreiteter Trick: Man nimmt von der alten Mutterpflanze einen letzten Steckling, bewurzelt ihn und macht ihn zur neuen Mutterpflanze. So wird die Genetik verjüngt, ohne sie zu verlieren.

// MUTTERPFLANZE UND DREI-PFLANZEN-REGEL

Die Mutterpflanze zählt zur Drei-Pflanzen-Grenze nach dem deutschen CanG. Wer eine Mutterpflanze dauerhaft hält und zusätzlich 2 Pflanzen in der Blüte hat, hat bereits die legale Höchstgrenze erreicht. Stecklinge, die noch nicht bewurzelt sind (im Wasserglas oder auf nasser Steinwolle), zählen nicht als Pflanze. Sobald sie bewurzelt sind und in einem Medium wachsen, zählen sie dazu.

Achtung: Bei 3 Pflanzen Limit ist eine dauerhafte Mutterpflanze nur möglich, wenn keine weiteren blühenden Pflanzen vorhanden sind, oder wenn man innerhalb der 3-Pflanzen-Grenze bleibt.