Die Weiße Fliege ist trotz ihres Namens keine Fliege, sondern eine Mottenschildlaus und damit ein enger Verwandter der Blattläuse. Die erwachsenen Tiere sind etwa ein bis zwei Millimeter groß, schneeweiß bepudert und sitzen bevorzugt auf den Unterseiten junger Blätter.
// DAS EINDEUTIGE ERKENNUNGSZEICHEN
Wer eine befallene Pflanze leicht schüttelt, löst eine kleine weiße Wolke aus. Die Tiere fliegen auf, schweben kurz und setzen sich innerhalb weniger Sekunden wieder an die Blattunterseiten. Dieses Verhalten ist so typisch, dass es kaum zu verwechseln ist.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Trauermücken, die ebenfalls im Zelt herumfliegen, aber dunkel gefärbt sind, vom Substrat aufsteigen und nicht auf den Blättern sitzen. Weiße Fliegen sind weiß und ein Blattschädling, Trauermücken sind dunkel und ein Wurzelproblem.
// SCHADBILD
- Gelbe Sprenkel auf den Blättern durch Saugstellen
- Klebriger Honigtau und in der Folge schwarzer Rußtaubelag
- Schwacher, gehemmter Wuchs bei stärkerem Befall
- Kleine weiße Schuppen auf der Blattunterseite, das sind die festsitzenden Larvenstadien
Die Larven sind das eigentliche Ziel. Nach dem Schlüpfen laufen die Larven nur kurz umher und saugen sich dann fest. Ab diesem Moment sehen sie aus wie winzige, flache Schuppen und bewegen sich nicht mehr. Wer nur die fliegenden Tiere bekämpft, erwischt einen Bruchteil der Population.
// WARUM DER BEFALL IN WELLEN KOMMT
Der Lebenszyklus umfasst Ei, mehrere festsitzende Larvenstadien, Puppe und erwachsenes Tier. Je nach Temperatur dauert eine Generation grob drei bis fünf Wochen, bei Wärme deutlich kürzer.
Das führt dazu, dass ein scheinbar besiegter Befall nach ein bis zwei Wochen zurückkommt: Die Eier und festsitzenden Larven haben jede Maßnahme überstanden, die nur auf die fliegenden Tiere zielte. Jede Bekämpfung muss deshalb über mehrere Wochen wiederholt werden.
// GEGENMASSNAHMEN
- Gelbtafeln aufhängen. Weiße Fliegen fliegen Gelb gezielt an. Gelbtafeln sind hier ungewöhnlich wirksam, dienen zugleich der Überwachung und gehören in jeden Grow, in dem der Verdacht besteht.
- Absaugen. Mit einem kleinen Handstaubsauger lassen sich die aufgescheuchten Tiere in der Luft einsammeln. Klingt improvisiert, reduziert die Population aber spürbar.
- Stark befallene untere Blätter entfernen. Dort sitzen die meisten Larven.
- Nützlinge einsetzen. Schlupfwespen parasitieren die Larven. Befallene Larven verfärben sich dunkel, was den Erfolg gut sichtbar macht.
- Raubwanzen ergänzen bei stärkerem Befall, weil sie mehrere Stadien fressen.
// SPRITZEN: NUR IN DER VEGETATION
Neemöl und Kaliseifenlösungen wirken gegen die beweglichen Stadien, erreichen aber die Eier nicht. Beide gehören ausschließlich in die Vegetationsphase, gründlich auf die Blattunterseiten gesprüht, und müssen mehrfach im Abstand von etwa fünf bis sieben Tagen wiederholt werden.
In der Blüte wird nicht gesprüht. Weder Neem noch Seife noch Wasser gehören auf offene Blüten. Feuchtigkeit im dichten Bud führt zu Botrytis, und Rückstände landen im Erntegut. In der Blüte bleiben nur Gelbtafeln, Absaugen, Blattentfernung und Nützlinge.
// VORBEUGEN
Weiße Fliegen kommen fast immer von außen: über gekaufte Zimmerpflanzen, Kräutertöpfe aus dem Supermarkt, Stecklinge oder durch offene Fenster im Sommer. Ein Filtervlies vor der Zuluftöffnung und zwei Wochen Quarantäne für jede neue Pflanze verhindern die meisten Fälle.
Gelbtafeln lohnen sich auch ohne akuten Befall. Sie zeigen den Eintrag, lange bevor eine sichtbare Wolke aufsteigt, und geben damit den entscheidenden Zeitvorsprung.
// HÄUFIGE FRAGEN
Woran erkenne ich Weiße Fliegen?
Am sichersten daran, dass beim leichten Schütteln der Pflanze eine kleine weiße Wolke aufsteigt, die sich Sekunden später wieder an die Blattunterseiten setzt. Dazu kommen gelbe Sprenkel auf den Blättern, klebriger Honigtau und winzige weiße Schuppen auf der Blattunterseite.
Was ist der Unterschied zu Trauermücken?
Weiße Fliegen sind weiß, sitzen auf den Blattunterseiten und saugen an den Blättern. Trauermücken sind dunkel, steigen vom Substrat auf und ihre Larven schädigen die Wurzeln. Es sind also zwei völlig verschiedene Probleme mit unterschiedlicher Behandlung.
Warum kommt der Befall immer wieder?
Weil Eier und festsitzende Larven die meisten Maßnahmen überstehen. Eine Generation dauert je nach Temperatur grob drei bis fünf Wochen. Wer nur die fliegenden Tiere bekämpft, erwischt einen Bruchteil der Population. Jede Behandlung muss über mehrere Wochen wiederholt werden.
Helfen Gelbtafeln gegen Weiße Fliegen?
Ja, ungewöhnlich gut, weil die Tiere Gelb gezielt anfliegen. Gelbtafeln reduzieren die Population und zeigen zugleich früh an, ob überhaupt ein Befall vorliegt. Sie ersetzen aber keine Behandlung der festsitzenden Larven.
Kann ich in der Blüte gegen Weiße Fliegen sprühen?
Nein. Feuchtigkeit in dichten Blüten führt zu Botrytis, und Öl- oder Seifenrückstände bleiben im Erntegut. In der Blüte bleiben Gelbtafeln, das Absaugen der fliegenden Tiere, das Entfernen stark befallener unterer Blätter und der Einsatz von Nützlingen.