Das Erntegewicht oder die Nettomasse beschreibt das Gewicht von Cannabis nach der Trocknung. Für Homegrower in Deutschland ist das Erntegewicht ein kritischer Begriff, weil die gesetzliche Besitzgrenze von 50 Gramm am Wohnsitz auf das getrocknete Material bezogen ist. Frisch geerntetes Cannabis wiegt deutlich mehr, da es zu einem großen Teil aus Wasser besteht.
// FRISCHGEWICHT VS. TROCKENGEWICHT
Frisch geerntete Cannabisblüten bestehen zu etwa 75–80% aus Wasser. Nach einer vollständigen Trocknung verliert das Material entsprechend an Gewicht. Als Faustregel gilt ein Trockengewichtsanteil von etwa 20–25% des Frischgewichts:
- 100 g Frischgewicht ergeben ca. 20–25 g getrocknet
- 200 g Frischgewicht ergeben ca. 40–50 g getrocknet
- 250 g Frischgewicht ergeben ca. 50–60 g getrocknet
Das genaue Verhältnis hängt von der Sorte, dem Wassergehalt zum Erntezeitpunkt, der Trocknungsmethode und dem Substrat ab. Kokos- und Hydro-Pflanzen können nach der Trocknung etwas anders ausfallen als Erd-Grows.
Faustregel für die Planung: Wer die 50-Gramm-Grenze einhalten will, sollte beim Frischgewicht unter ca. 220–250 g bleiben. Bei ertragreichen Sorten oder optimierten Grows kann selbst eine einzige Pflanze diese Menge übersteigen.
// RELEVANZ FÜR DIE 50-GRAMM-GRENZE
Das CanG bezieht sich bei der Besitzgrenze auf das getrocknete Gewicht. Wer seine Ernte wiegt und dabei unter 50 Gramm bleibt, ist auf der sicheren Seite. Wer mehr erntet, muss die überschüssige Menge vernichten. Eine Weitergabe an andere Erwachsene ist nach aktuellem Recht nicht erlaubt.
// ERNTEGEWICHT UND SORTENWAHL
Ertragreiche Sorten (High-Yield-Genetics) können unter optimalen Bedingungen 100–150 g Trockengewicht pro Pflanze liefern. Mit 3 Pflanzen kommt man damit schnell auf 200–400 g, was die 50-Gramm-Grenze massiv überschreitet. Wer sich gesetzeskonform verhalten möchte, sollte eher kompakte, genügsame Sorten wählen oder bewusst früher ernten, bevor das volle Ertragspotenzial erreicht wird.
// GEWICHTSPROTOKOLL EMPFEHLENSWERT
Obwohl das Gesetz kein Führen von Aufzeichnungen vorschreibt, kann ein einfaches Gewichtsprotokoll (Erntedatum, Frischgewicht, Trockengewicht) im Zweifelsfall nützlich sein, um den guten Willen zur Einhaltung der Grenzen zu dokumentieren.
// HÄUFIGE FRAGEN
Zählt für die 50-Gramm-Grenze das Frisch- oder das Trockengewicht?
Maßgeblich ist das getrocknete Cannabis. Frisch geerntetes Material enthält noch sehr viel Wasser und verliert beim Trocknen grob 75 bis 80 Prozent seines Gewichts.
Wie viel bleibt von der Ernte nach dem Trocknen übrig?
Als grober Richtwert etwa ein Fünftel des Frischgewichts. Aus 500 Gramm feuchtem Material werden also ungefähr 100 Gramm trockenes, wobei die Genetik und der Trimmgrad das verschieben.
Warum sollte ich ein Gewichtsprotokoll führen?
Weil sich nur so nachvollziehen lässt, wie viel tatsächlich vorhanden ist und wie sich der Bestand über die Zeit entwickelt. Das ist mit Blick auf die gesetzliche Besitzgrenze praktisch relevant.
Hinweis: Da die Grenze auf das Trockengewicht abzielt, aber die Messung zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Trocknungsprozesses variieren kann, empfehlen wir, die Ernte vollständig zu trocknen und erst dann zu wiegen und zu lagern.