Photoperiodische Cannabissorten sind Pflanzen, deren Übergang in die Blütephase direkt vom Lichtzyklus abhängt, also davon, wie viele Stunden Licht und Dunkel sie pro Tag bekommen. Das Wort „Photoperiode" kommt aus dem Griechischen: „photo" (Licht) und „periodos" (Zeitraum).
// WIE FUNKTIONIERT DER MECHANISMUS?
Cannabis ist eine Kurztagspflanze. Das bedeutet: Die Pflanze blüht, wenn die Dunkelperiode lang genug ist. In der Natur geschieht das automatisch im Spätsommer, wenn die Tage kürzer werden. Beim Indoor-Anbau löst der Grower die Blüte manuell aus, indem er den Lichtzyklus auf 12 Stunden Licht / 12 Stunden Dunkel umstellt.
Entscheidend ist dabei die ununterbrochene Dunkelphase. Schon eine kurze Lichtunterbrechung in der Nacht kann die Pflanze stressen und im schlimmsten Fall zur Bildung von Zwittern führen.
Wichtig: Während der Dunkelphase muss der Growraum absolut lichtdicht sein. Selbst schwaches Licht durch Ritzen kann den Blührhythmus stören.
// VEGETATIONS- UND BLÜTEPHASE STEUERN
Der große Vorteil photoperiodischer Sorten ist die volle Kontrolle über die Pflanzenentwicklung:
- Vegetationsphase (18/6): 18 Stunden Licht, 6 Stunden Dunkel. Die Pflanze wächst, bildet Blätter und Äste. Diese Phase kann beliebig lang gehalten werden.
- Blüteeinleitung: Umschalten auf 12/12. Innerhalb von 1–2 Wochen zeigt die Pflanze erste Blütenanzeichen.
- Blütephase (12/12): Die Pflanze konzentriert sich auf die Bildung von Blüten. Je nach Sorte dauert das 8–12 Wochen.
// VORTEILE GEGENÜBER AUTOFLOWER
Mit photoperiodischen Sorten kannst du eine Pflanze so lange im Wachstum halten, wie du möchtest. Das ermöglicht ausgedehnte Trainingsmaßnahmen wie Scrog, Topping oder Mainlining. Größere Pflanzen bedeuten in der Regel auch größere Erträge. Außerdem können photoperiodische Pflanzen als Mutterpflanzen für Stecklinge genutzt werden.
// TYPISCHE LICHTZYKLEN IM ÜBERBLICK
- 20/4: Sehr intensives Wachstum, hoher Stromverbrauch
- 18/6: Standard für die Vegetationsphase, gute Balance
- 12/12: Standard für die Blütephase
- 11/13 oder 10/14: Beschleunigt die Blüte mancher Sorten leicht
// OUTDOOR UND GREENHOUSE
Im Außenanbau blühen photoperiodische Sorten ganz natürlich ab Mitte bis Ende Juli, wenn die Tage in Deutschland merklich kürzer werden. Im Gewächshaus können Lichtdichtzelte oder spezielle Abdeckungen genutzt werden, um die Blüte früher einzuleiten.