Topping ist eine der am häufigsten angewendeten Trainingstechniken im Cannabisanbau. Dabei wird der Haupttrieb der Pflanze an einer bestimmten Stelle abgeschnitten. Die Pflanze verliert ihren einzigen dominanten Blütenansatz und reagiert, indem sie die beiden nächsten Seitentriebe unterhalb der Schnittstelle zu zwei neuen, gleichwertigen Haupttrieben entwickelt.
// WARUM TOPPING FUNKTIONIERT
Ohne Topping wächst Cannabis als eine hohe Pflanze mit einem dominanten Haupttrieb (Kola) und vielen kleinen Seitentrieben. Die Blütenausbeute wird vom Haupttrieb dominiert, die Seitentriebe liefern deutlich kleinere Blüten. Topping unterbricht die apikale Dominanz: Ohne einen dominanten Haupttrieb wachsen zwei Triebe gleichwertig nach oben und entwickeln sich beide zu vollwertigen Kolas.
Ergebnis nach einem Topping: 2 Haupttriebe. Nach einem zweiten Topping beider neuen Triebe: 4 Haupttriebe. Jedes weitere Topping verdoppelt die Anzahl der Hauptkolas.
// WANN TOPPEN?
- Mindestens 5–6 Blattetagen (Nodien) vorhanden
- Pflanze ist gesund und wächst kräftig
- Mindestens 2–3 Wochen Vegetationszeit verbleiben nach dem Topping
- Kein aktiver Stress (keine Nährstoffprobleme, keine Schädlinge)
// TOPPING SCHRITT FÜR SCHRITT
- Schere oder Skalpell mit Isopropylalkohol desinfizieren
- Den Haupttrieb direkt über dem 4.–5. Nodium abschneiden. Dort sitzen die nächsten Seitentriebe, die zu den neuen Haupttrieben werden.
- Schnittstelle trocken halten. Kein Wasser direkt auf die Wunde.
- 5–7 Tage warten: Die Pflanze pausiert kurz und lenkt Energie in Reparatur und die neuen Triebe
- Dann normales Wachstum mit zwei neuen gleichwertigen Haupttrieben
// TOPPING BEI AUTOFLOWER?
Generell nicht empfohlen. Autoflower-Sorten haben eine begrenzte und festgelegte Vegetationszeit. Das Topping kostet 7–10 Tage Erholungszeit, die bei Autoflower direkt von der Blüteentwicklung abgezogen wird. LST ist bei Autoflower die bessere Wahl.
// TOPPING VS. FIMMING
- Topping: Vollständiges Abschneiden der Triebspitze. Zuverlässig 2 neue Triebe.
- FIMming: Teilweises Entfernen (ca. 70–80%) der Triebspitze. Kann 3–4 neue Triebe liefern, aber unzuverlässiger. Der Name kommt von "F*** I Missed" (man trifft nicht ganz).
// NACH DEM TOPPING: WAS KOMBINIEREN?
Topping allein reicht selten aus. Die Kombination mit LST ist ideal: Die neuen Haupttriebe werden nach außen gebogen, um Platz für weitere Seitentriebe zu schaffen. Wer ein SCROG-Netz einsetzt, beginnt direkt nach dem Topping damit, alle aufstrebenden Triebe in das Netz einzuweben.